Sorge spielt mit

Umkleiden verdreckt, Vereinsheim verschimmelt

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Feuchte Wände, schwarzer Schimmel: In den Vereinsheimen am Wiener Ring ist Ursachenforschung angesagt

Offenbach - Ein ehrgeiziges Projekt: Aus der Freibad-Ruine am Tambourweg ist ein Sportzentrum für Fußball und Leichtathletik gewachsen. Der Umbau hat etwa ein Jahr gedauert und fünf Millionen Euro gekostet. Von Martin Kuhn 

Aktuell, gut 18 Monate nach der offiziellen Übergabe der Vereinsgebäude an SG Wiking, FC Bieber und Kickers Offenbach, sieht es weniger feierlich aus am Wiener Ring.

„Es ist eine tolle Sportanlage mit einem guten Konzept, keine Frage. Aber leider wird sie nicht entsprechend gepflegt“, klagen Patrick Scheiber und Nadine Roith, die beide für die Wiking kicken und in der  Jugendabteilung als Trainer und Betreuer wirken. Die Situation stimmt sie nachdenklich, ja traurig. Da sind verdreckte Umkleidekabinen und Duschen noch das kleinste Übel. Gravierender sind für die drei Klubs wohl die Zustände in den eingeschossigen und gut 300 Quadratmeter großen Vereinsräumen.

Der mittlere ist den Wikingern zugedacht

Der mittlere ist den Wikingern zugedacht. Als Mitglieder nach einem ersten Wasserschaden im Winter fliesen wollen, demontieren sie eine Küchenzeile. Vor Blicken verborgen sieht’s katastrophal aus: feuchte Wände, großflächiger Schimmel. „So können die Vereine bei Jugendspielen nicht länger die Eltern bewirten. Das kann man doch keinem auswärtigen Gast zeigen oder erklären“, so die jungen Leute, die sich zudem um den Ruf der Sportstadt Offenbach sorgen. Ihre Einschätzung: „Das muss alles raus.“

Zumindest in dem Punkt herrscht Konsens mit den zuständigen Stellen. „Das Wand wird entfernt. Das ist unstrittig“, betont Daniela Matha, Geschäftsführerin der Grundstückseigentümerin Sport- und Freizeit GmbH Offenbach (SFO), Tochter der Stadtwerke Holding (SOH). Alles weitere werde derzeit geprüft und geklärt. Die entscheidende Frage für die Experten und Gutachter: Wo kommt das Wasser her, und wie findet es seinen Weg ins Gebäude? Von oben? Von unten?

Toilette verstopft: Wasserschaden

Um das zu ermitteln, wurde die Terrasse vor den drei Klubheimen, in Massivbauweise nach aktuellen energetischen Standards errichtet, überschwemmt und ein Farbmittel aufgebracht. „Gleichwohl lässt es sich weiter nicht eindeutig klären“, sagt Matha. Die Trocknung werde mit unterschiedlichen Methoden fortgesetzt.

Indes nutzt die SFO-Chefin den Anruf der Redaktion, um alle Vereine in die Pflicht zu nehmen. „Der erste Wasserschaden war schlicht darauf zurückzuführen, dass eine Toilette verstopft war.“ Ein weiteres Beispiel für sie: Vor dem Umkleidetrakt ließ die SFO extra ein Schuhwaschbecken installieren, um Kickstiefel nach Training und Spiel von grobem Schmutz zu befreien: „Die Vereine müssen es aber auch nutzen...“

Millionen-Investition am Wiener Ring

Und selbstverständlich sei der Stadt und ihren Tochtergesellschaften daran gelegen, dass die Millionen-Investition am Wiener Ring nicht verkomme. Ein entsprechender Hinweis ergeht vermutlich an die Gebäudemanagement GmbH (GBM), die ebenfalls zum verzweigten Stadtkonzern gehört, eine wohlformulierte Bitte vielleicht an die drei Vereine mit nahezu 30 Jugendteams.

Dass die auf dem jüngsten Rasenplatz keine optimalen Bedingungen haben, weiß Matha, das war ein Stück weit einkalkuliert. „Dort haben im Winter die OFC-Profis trainiert; es war klar, dass der Platz Schaden nimmt.“ Das sei ein Zwischenstand, derzeit regeneriere sich der Rasen. Die Einschätzung der Wikinger, dass der Platz unzureichend gepflegt werde, teilt Matha nicht.

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