Brennhaare der Raupe können Augen und Atemwege reizen

Sprühattacke schützt vor Eichenprozessionsspinner

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Eichenprozessionsspinner sind gefährlich für den Menschen. Zu deren Schutz werden die Larven des Schmetterlings daher im Stadtgebiet gezielt bekämpft.

Offenbach - „Die kleine Raupe Nimmersatt“ ist ein Klassiker. In dem Bilderbuch frisst sich das putzige Insekt in Kinderherzen. Weniger niedlich sind die lebendigen Verwandten. Auch in diesem Frühjahr rechnen Experten mit dem Auftreten der Eichenprozessionsspinnerraupe.

Um die von diesen Tierchen ausgehenden Gefahren zu begrenzen, wird im Stadtgebiet ab sofort wieder präventiv gespritzt.

Wie’s der Name sagt: An den langen Prozessionen mit Hunderten von Raupen an Eichenstämmen ist der Eichenprozessionsspinner leicht zu erkennen. Er bevorzugt sonnige Standorte, einzeln stehende Bäume und lichte Wälder. Auf die feinen Brennhaare der Raupe, die ein Eiweißgift enthalten, reagieren Menschen teils heftig. In den häufigsten Fällen bilden sich lokale Hautausschläge und Juckreiz, auch Asthma-Anfälle sind möglich. Wichtig: Mit der Raupe selbst muss der Betroffene gar nicht in Kontakt kommen, da die Haare leicht brechen und sich bei günstiger Witterung über weite Strecken verteilen.

Ähnlich wie im vergangenen Jahr könnten wieder „Einrichtungen des öffentlichen Lebens“ betroffen sein, an denen ein größerer Eichenbestand vorhanden ist. Als Präventivmaßnahme werden daher sämtliche Eichenbestände der öffentlichen Kindertagesstätten, Schulen, Altentagesstätten, Sportanlagen und Friedhöfe mit dem – für Mensch und Tier ungefährlichen – ökologischen Biozid Neem Protect besprüht (Wirkstoff: Azadirachtin, ein Extrakt aus dem Samen des Neem-Baumes). Da sich die Raupen von Eichenblättern ernähren, gelangt das Biozid so in ihren Stoffwechselkreislauf und führt dazu, dass die Raupen verenden, bevor sich die gefährlichen Härchen bilden.

Schädlingsbekämpfer beseitigen Eichenprozessionsspinner

„Bei dem verwendeten Spritzmittel handelt es sich nicht um ein Gift“, betont die Stadt. Weder für Menschen noch für Säugetiere sei der Wirkstoff gefährlich. Auch Nützlinge, die nicht an den Blättern der Eiche fressen, wie etwa Bienen, sind von dem Wirkstoff nicht gefährdet. Azadirachtin bewirkt einen Fraßstopp der Eichenprozessionsspinnerraupen und behindert dadurch den Häutungsmechanismus. Nach bis zu sieben Tagen sterben die Raupen in der Regel ab. Das Mittel wird auch in der ökologischen Landwirtschaft verwendet.

Die Bekämpfungsarbeiten beginnen am kommenden Montag, 6. Mai, und sollen je nach Wetterlage etwa innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Auch wenn es sich bei dem Spritzmittel nicht um eine giftige Substanz handelt, wird Anwohnern genannter Einrichtungen dennoch empfohlen, während des Besprühens Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Fragen zur Bekämpfungsaktion beantwortet Alexander Kratz vom Ordnungsamt: Tel.: 8065-3166.

mk

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