Experten haben bei einer Telefonaktion Fragen von Lesern zu Heizungen und alternativen Energien beantwortet

Staat zahlt Fördermittel für moderne Anlagen

OFFENBACH - Bei einer Telefonaktion für Leser haben Experten von Bausparkassen, Handwerkskammer und Innung über das Thema Heizungserneuerung informiert. Für alle, die nicht durchgekommen sind, einige wichtige Fragen und Antworten:.

Wir besitzen ein Achtfamilienhaus (Baujahr 1985) und möchten den alten Gasheizkessel austauschen. Mit welcher Heizungsanlage kann man bei einer Sanierung mit dem geringsten Kostenaufwand die größtmögliche Energieeinsparung erzielen?

Empfehlenswert ist ein Gas-Brennwertheizkessel. Die günstigste Variante wäre ein Wandgerät, das in der Regel im Durchlauferhitzerprinzip arbeitet. Wenn sie etwas mehr investieren wollen, können sie auch ein Standgerät einsetzen, dass durch den größeren Wasserinhalt im Heizkesselprinzip arbeitet und, bedingt durch die geringere thermische Belastung, sicherlich eine längere Lebensdauer haben wird. Bauen sie bei der Sanierung elektronisch geregelte Heizkreispumpen ein und führen sie einen hydraulischen Abgleich durch.

Wir möchten unsere Heizung erneuern. Wie können wir das finanzieren?

Nutzen sie neben den Förderprogrammen von KfW-Bank und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auch den Bausparvertrag. Das Bauspardarlehen ist ausgerichtet auf die „wohnwirtschaftliche Verwendung“. Sollten sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen Heizungsaustausch oder eine umfassendere energetische Sanierung planen, können sie sich mittels Bausparvertrag jetzt die günstigen Zinskonditionen sichern und das Darlehen später für die umfassende Renovierung nutzen.

Welche Programme der KfW kann man für den Austausch einer Heizung nutzen?

Die KfW-Programme 430 und 431 bieten einen Zuschuss für die Modernisierung. Informieren sie sich auf den Internetseiten der KfW, um dann auch den Handwerksbetrieb darauf qualifiziert ansprechen zu können. Wichtig: Die Zuschussbeantragung muss vor Baubeginn erfolgen, sonst haben sie keinen Anspruch auf Förderung.

Wie muss man vorgehen, wenn man von Öl auf Gas umstellen möchte?

Kontaktieren sie zuerst einen Heizungsbauer, der gemeinsam mit Ihnen eine passende Anlage zusammenstellt. Der Heizungsbauer informiert auch den Bezirksschornsteinfeger. Anschließend können sie den Gasversorger mit der Herstellung eines Gasbauanschlusses beauftragen. Wenn dieser montiert ist, kann die neue Anlage eingebaut werden.

Ist der Brennwertnutzen bei Öl oder Gas größer?

Der Brennwerteffekt ist bei Erdgas größer, da bei der Verbrennung mehr Wasserdampf entsteht als bei Heizöl.

Was kostet eine Holzpellet-Heizung und wo sind Fördergelder erhältlich?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: Hersteller und Typ, Leistung und Holzpelletlagerraum, mit oder ohne Solarwärmeanlage. Ein solides Markenprodukt mit etwa 15 kW Leistung, Pelletlager, effizientem Pufferspeicher, kombiniert mit einer Solarwärmeanlage mit Sonnenkollektoren von etwa 7 kW Leistung entsprechend zehn Quadratmeter Sonnenkollektorfläche, hydraulischem Abgleich der Wärmeverteilung inklusive neuer Heizkörperthermostatventile kostet etwa 30.000 Euro. Die Förderung durch das Marktanreizprogramm (BAFA) gibt für eine Solarheizzentrale 4900 Euro dazu. Und für den Rest stellt die KfW ein zinsgünstiges Ergänzungsdarlehen bereit.

Wo kann man sich zu Technik und Kosten energieeffizienter Heizungen beraten lassen?

Energieberater und Adressen von Fachbetrieben gibt es bei den anerkannten Institutionen im Land, wie der Architekten- und Ingenieurkammer Hessen, den Handwerkskammern und Innungen oder dem Fachverband Sanitär, Heizung und Klima. Viele der Institutionen haben auf ihren Internetseiten eine Suchfunktion, über die gezielt nach Ansprechpartnern in ihrer Region gesucht werden kann.

ku

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