Jetzt fällt die letzte Tribüne

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Schweres Gerät zerlegt derzeit die „Henninger-Tribüne“.

Offenbach - Die Tribüne ist eng verbunden mit den glorreichen Bundesliga-Zeiten. In den frühen 70ern und mit Spielern wie Nikolaus Semlitsch, Winfried Schäfer oder Erwin Kostedde gehörten die Kickers zu den ersten deutschen Fußball-Adressen. Von Martin Kuhn

1973 bekamen der OFC seine neue Südosttribüne, vielen nur als „Henninger-Tribüne“ geläufig. Mit ihr verschwinden die letzten Überbleibsel des alten Stadions. Und vielleicht verdrücken heute im Heimspiel gegen Preußen Münster (Anstoß: 19 Uhr) ein paar rot-weiße Fans beim Anblick des gestarteten Abrisses eine letzte Träne...

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Die Kickers-Fans müssen sich abermals neu orientieren. Achtung: Der Weg hinter der „Henninger“ ist bis auf Weiteres nicht nutzbar. Den Besuchern steht stattdessen ein auf der B 448 vom Autoverkehr getrennter Gehweg zur Verfügung. Aufgrund der Verengung kann es zu Behinderungen für die Autofahrer aus Richtung Obertshausen kommen. Der provisorische Gehweg ist vom „Schwarzen Weg“ und von der Bieberer Straße aus zugänglich. Der Zugang zur Stehtribüne (Block 2) erfolgt weiter über den „Schwarzen Weg“. Für den Einlass zur Haupttribüne und Westtribüne empfehlen OFC und Stadiongesellschaft einen Zutritt über die Eingänge an der Buswendeschleife.

Die Teams der Paderborner Bremer AG leisten ganze Arbeit und liegen im vorgegebenen engen Zeitplan: Die Entkernung der Südosttribüne mit ihren 3 000 überdachten Sitzplätzen startete vor gut zwei Wochen; parallel wurde die Ostkurve mit ihren etwa 2 500 unüberdachten Stehplätzen für die Zuschauer gesperrt, die sich schon in der Partie gegen Burghausen von angestammten Plätzen lösen mussten. Seit gestern beißt sich schweres Gerät durch Dach, Tribüne und später den Erdwall. An dieser Stelle entsteht in achteinhalb Monaten die neue Osttribüne mit zirka 3 950 Sitzplätzen. Nutzung: ab Mai 2012.

Sie rundet das ab, was den Fans vorschwebt: Ein Stadion mit vier allein stehenden Tribünen nach englischem Vorbild. Es bietet dereinst Platz für etwa 20 500 Zuschauer und wird somit größer als ursprünglich geplant – ein Zeichen, wie wichtig den Verantwortlichen der Stadt der sportliche Erfolg in Offenbach ist. Die kompakte Bauweise des Stadions ermöglicht zudem den Bau von besonders steilen Tribünen. Das fördert nicht nur die Akustik, sondern soll den Stadionbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen – vor allem wenn die Leistung auf dem Rasen stimmt.

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