Stadion bleibt Wackelkandidat

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Über ein neues Stadion würden sich auch die Kickers-Spieler Sebastian Becker, Tufan Tosunoglu, Benjamin Baier und Suat Türker freuen, die dieser Tage bei M. Schneider Autogramme schrieben.

Offenbach - Der Sport ist neben den Kindergärten und dem Wilhelmsplatz Gewinner bei der Vergabe der Offenbach zugedachten Mittel aus dem Konjunkturförderprogramm II. Von Alexander Koffka

Sportdezernent Horst Schneider freute sich gestern, dass aus dem mit 11 Millionen Euro gefüllten Topf 1,2 Millionen für die Sanierung des Schwimmbads auf der Rosenhöhe und 1 Million als weiterer Zuschuss für eine neue Sporthalle der TSG Bürgel genutzt werden. Zugleich verteidigten Schneider und seine Magistratskollegen, dass für ein neues Stadion keine Mittel aus dem Konjunkturprogramm fließen.

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) sagte gestern, es wäre zu riskant gewesen, Geld aus diesem Topf fürs Stadion zu reservieren. Schließlich stehe dieses nur für Projekte zur Verfügung, die noch in diesem Jahr begonnen werden. Falls das nicht gelingt, würden Mittel verfallen. Schon darum sei das Stadion für das Programm ungeeignet. „Wir wissen ja gar nicht, ob es zu einem Neubau kommt. Denn dafür sind wir von zusätzlichen Mitteln abhängig.“

Stefan Grüttner, Chef der Wiesbadener Staatskanzlei und der Offenbacher CDU, hatte einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge kritisiert, die Stadt hätte deutlicher gemacht, dass sie ein neues Stadion wirklich will, wenn sie den städtischen Anteil aus dem Konjunkturprogramm genommen hätte. „So hat man statt Medizin nur ein Placebo verabreicht“, zitiert die Zeitung den Politiker.

„Grüttners Vorschläge, was die Stadt alles mit den 11 Millionen Euro bezahlen soll, summieren sich auf 50 Millionen“, hat Kämmerer Michael Beseler ausgerechnet.„Leider gibt es dafür keine mathematische Lösung.“ Wie berichtet hat die Koalition verabredet, zu den bereits bei der Stadtwerke Holding fürs Stadion reservierten fünf Millionen Euro weitere fünf Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt dazu zu geben. „Das ist die Basisfinanzierung, sie gibt uns die Perspektive, das Projekt im Laufe des Jahres zu beschließen.“ Berichten, wonach er in Wiesbaden einen Landeszuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro gefordert habe, wies Schneider zurück. Er habe mit Innen- und Sportminister Volker Bouffier (CDU) übers Stadion gesprochen, aber nicht über Summen.

Klar ist indes, dass von der „städtischen Basisfinanzierung“ bis zu den 25 Millionen Euro, die das Stadion kosten soll, ein weiter Weg liegt.

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