„Das neue Stadion wird Gewinnbringer für OFC“

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Thomas Kalt

Offenbach (joko) ‐ Seit zehn Jahren leitet Thomas Kalt als Vizepräsident und nun als GmbH-Geschäftsführer die Offenbacher Kickers.

Seit mehr als fünf Jahren laufen die intensiven Planungen für das neue Stadion auf dem Bieberer Berg. Gestern war für Kalt „ein ganz großer Tag“. Denn das neue Stadion „bietet dem OFC eine tolle Zukunftsperspektive“.

Thomas Kalt, gab es in den vergangenen Jahren einmal den Punkt, an dem Sie gedacht haben, jetzt wird das nichts mehr mit dem neuen Stadion?

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Als die erste Zahlung von 20 Millionen Euro aus dem Landesausgleichstock nicht in vollem Umfang für den Bieberer Berg verwendet wurde, scheiterte unser erstes Stadionmodell. Aus Wiesbaden kam dann das Signal, falls wir ein wirtschaftlich tragbares neues Projekt entwickeln könnten, dass das Land eventuell noch einmal nachbessern würde. Die Fans „demonstrierten“ in beeindruckender Weise in der Stadtverordnetenversammlung. Unser Ehrenpräsident Waldemar Klein öffnete uns beim damaligen Innenminister Volker Bouffier noch einmal die Tür und verstand es neben unseren Aktivitäten, die Politiker in der Stadt Offenbach zu vereinen. Wir konnten schnell feststellen, dass es eine absolute Pro-Stimmung für den OFC und den Stadionbau gab.

Welche Chancen bietet das neue Stadion für die Offenbacher Kickers?

Die Sicherheit, dass der OFC zukünftig überleben kann. In der seit mehr als zehn Jahren andauernden Präsidentschaft von Dieter Müller konnte der OFC neun Jahre nur durch private Gönner und engste Freunde des Vereins überleben. Dies kann aber keine Basis für eine gesicherte Zukunft sein. Wir müssen endlich ein Auskommen mit unseren Einkommen haben. Der OFC wird von außen stets zum Erfolg getrieben. Es wird immer ignoriert, dass die Grundlagen für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung und damit für den sportlichen Erfolg gar nicht vorhanden sind. Das Vermarktungspotenzial am Bieberer Berg ist seit Jahren ausgereizt, nahezu alle Werbeflächen und Business-Sitze verkauft und die Durchschnittspreise an der Tageskasse eine „Katastrophe“.

Welche Wünsche des Vereins konnten nicht berücksichtigt werden?

Wir sind sehr glücklich über das erreichte Ergebnis! Das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion bietet uns alle Voraussetzungen, die wir brauchen. Es schafft mit der großzügigen Berücksichtigung der vielen Fanwünsche optimal den Spagat, um den Charakter des alten Bieberer Bergs mit der Moderne zu vereinbaren. Das Ergebnis macht uns alle sehr stolz!

Die Kickers haben im Jahr 2011 noch zehn Heimspiele. Wenn die Offenbach-Post-Tribüne demnächst abgerissen wird, müssen Sie die Karteninhaber, inklusive VIP-Bereich, umsiedeln. Organisatorisch eine schwierige Aufgabe. Wie werden Sie das bewältigen?

Klar ist, dass wir an anderer Stelle im Stadion ein VIP-Zelt stellen müssen. Noch hoffen wir aber, dass wir in der Reihenfolge des Abrisses nicht mit der Haupttribüne beginnen müssen.

Wie ist das Interesse für die bisher zehn geplanten Logen?

Die Nachfrage ist so groß, dass wir hoffen, noch in der Bauphase die Zahl der Logen zu erweitern.

Viele Klubs sind durch exorbitant hohe Stadionmieten in eine Existenzkrise geraten. Zum Beispiel 1860 München, das die Miete an Eigentümer Bayern München nicht zahlen kann. 471000 Euro jährliche Mietzahlung in Offenbach klingen human. Wie sieht die Kalkulation der Kickers im neuen Stadion aus?

Das neue Stadion verursacht mit Miete und Unterhalt in etwa das Doppelte der jetzigen Stadionausgaben. Allein durch die Vermietung der zehn Logen können wir das „Mehr“ an der Stadionmiete ausgleichen. Durch die erhöhte Sitzplatzkapazität und die 500 zusätzlichen Business-Plätze bekommen wir eine ganz andere Einnahmesituation. Zudem werden wir uns in der Qualität und Quantität der Werbeflächen extrem verbessern und Mehreinnahmen erzielen. Ganz klar, das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion wird ein Gewinnbringer für den OFC.

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