Am Berg nicht nur Lichtblicke

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Das neue OFC-Stadion aus der Vogelperspektive.

Offenbach - 30. Juni. Es ist, so wird’s liebevoll berichtet, die mittlerweile geflügelte Antwort, wenn Fragen zum Stadion gestellt werden. Wann sind die Parkplätze fertig? 30. Juni. Wie steht’s mit dem Ausbau der Kioske unter der Henninger-Tribüne? 30. Juni. Von Martin Kuhn

Wann räumt die Bremer AG die Baustelle? 30. Juni. Gibt’s einen offiziellen Festakt zur Fertigstellung des Stadions? 29. Juni. Hoppla. Da ist Regina Preis, Stadtwerke-Sprecherin, was herausgerutscht, was noch gar nicht publik ist: Die Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), Tochter der Stadtwerke Holding, bittet an diesem Tag Offizielle ins Stadion, um die Fertigstellung des 25-Millionen-Projekts gebührend zu feiern. Die Fans sind dann am 18. Juli dran, wenn der OFC im Eröffnungsspiel auf Bayer Leverkusen trifft.

Alles bestens also am Sparda-Bank Hessen Stadion. Jein, Denn beileibe nicht alle rot-weißen Anhänger sehen das ähnlich euphorisch wie die Stadtwerke-Sprecherin. Unter anderem sind Offenbacher erzürnt, dass der Leonhard-Eißnert-Park entlang der Buswendeschleife eingezäunt ist: „Was ist denn das? Ein Hochsicherheitstrakt im Grünen? das ist doch nicht ernst gemeint für die 18 Fans, die aus Unterhaching anreisen.“

Da müssen die offiziellen Stellen leider widersprechen. Der Zaun, von der Bieberer Straße gut sichtbar, wird dauerhaft installiert. „Eine Maßgabe der Polizei“, sagt Regina Preis. Begründet wird das mit einer strikten Trennung der Fangruppen, von den Offenbacher Ordnungshütern bereits vor den jüngsten hässlichen Ereignissen bei Fußballspielen gefordert. Bekanntlich werden die Gästefans vom S-Bahn-Halt Ost durch den Park zum Stadion eskortiert. Ganz klar: Keine Chance, selbst wenn die Fans skandieren sollten: Der Zaun muss weg!

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Und dann hat ja noch Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, in der Diskussion um Gewalt im Fußball noch einen drauf gesetzt. Er regte zu Wochenbeginn unter anderem eine Abschaffung der Stehplätze an. Muss da gegebenenfalls wieder die Abrissbirne schwingen? Abseits politischer Diskussionen beschränkt sich Preis auf das technisch Machbare: „Dank unseres Baukastenprinzips ist es rein theoretisch möglich, die Gegengerade mit Sitzschalen zu versehen.“ Alles andere bleibt abzuwarten.

Derweil vermeldet die Interessengemeinschaft Stadionbau einen Lichtblick für viele Kickers-Anhänger. Mit dem Frankfurter Bauunternehmen Köhler HTW-Bau wurde ein weiterer Partner gewonnen, der die Spendenaktion zur Rettung der Offenbacher Flutlichtmasten unterstützt. Nach langer Vorarbeit liege ein erstes konkretes Angebot für die funktionstüchtige Rekonstruktion vor. Die Kosten: 260.000 Euro, „die nun durch Spenden gemindert werden sollen.“ Die Ausführung der Fundamente sei der zweitgrößte Einzelposten.“ Umso erfreuter zeigt sich Nico Fröhlich von der AG „Flutlicht“, genau dafür einen wichtigen Förderer gefunden zu haben: „Die Fundamente sind ein zentraler Teil. Dass sie jetzt bei Köhler HTW in guten Händen sind, hat für das Ganze auch symbolisch eine große Bedeutung“. Mittlerweile sei der Standort für den Mast auf der Ostseite des Stadions mit der SBB abgestimmt. Dort, am Rande der Zufahrt von der B 448, werden keine baulichen Maßnahmen durchgeführt, die künftig der Errichtung des Mastes entgegenstehen könnten.

Ärger über Busspur

Ein Streitpunkt ist dort hingegen die Verjüngung der Bieberer Straße auf eine Fahrspur aus Bieber. Natürlich dient der mit Bordsteinen abgetrennte Streifen an Spieltagen als Haltstelle für die Zusatzbusse der OVB. „Aber da genügt doch eine Markierung und ein paar Schilder“, schimpfen Pendler, die gerade morgens nach Offenbach fahren. Das ist korrekt, aber die Verjüngung ist wohl als Zugeständnis für die Geschäftsleute zu sehen, die im am Waldemar-Klein-Platz eine gute Adresse erkannt haben – wie etwa die Sparda-Bank. „Das gibt Kurzzeitparkplätze für Kunden“, lautet die lapidare Erklärung, die nicht jedem Autofahrer gefallen wird.

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Nicht so im Fokus, aber sicher eine Erleichterung für Fans, die zum Berg radeln. Gegenüber der Haupttribüne installierte eine Firma zusätzliche Fahrradbügel, um das Velo anschließen zu können.

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