Saubere Energie vom Dach

Offenbach (mk) - Die Kickers-Fans auf der Stehtribüne kennen’s: Auf dem Berg brennt mitunter zwar nicht die Hütte, aber immerhin die eine oder andere Backe. Zur besten Fußballzeit, Samstagmittag, erwärmt zumindest die Sonne die Fans.

Das zeigt seit Jahren: Die Tribünen müssten ein idealer Standort für eine Solaranlage sein – wie etwa in Freiburg, Bremen oder Mainz. Mit dem Neubau realisiert das die Energieversorgung (EVO), als Hauptsponsor ohnehin mit den Kickers verbunden.

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Auf dem Dach des Sparda-Bank Hessen Stadions haben die Bauarbeiten für eine rund 3 800 Quadratmeter große Solaranlage begonnen. In luftiger Höhe sollen in den nächsten Wochen nahezu 1 800 Module installiert werden, sagt Michael Homann, Vorstandsvorsitzender der EVO. Der lokale Energieversorger errichtet die Anlage mit der „juwi“-Gruppe (Wörrstadt), einem der führenden Projektentwickler von Photovoltaikanlagen. Die Baukosten bezifferte Homann auf 660.000 Euro.

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Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten, werden die Module gleichzeitig auf der Nord- und der Südtribüne verlegt. „Schon bei den Planungen des Sparda-Hessen Bank Stadions war es uns wichtig, ökologisch-ökonomische Aspekte mit einer gelungenen architektonischen Gestaltung zu vereinen“, führte Peter Walther aus, der als Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) über eine Tochterfirma auch für den Betrieb des neuen Stadions verantwortlich ist. Ein elementarer baulicher Bestandteil für diesen Ansatz sei das Dach, das sich bestens für den Betrieb einer Solaranlage eigne: Ihm zufolge lässt sich die Anlage auf dem Dach platzsparend errichten. Es mussten keine Flächen rund um das Stadion versiegelt werden. Darüber hinaus scheint die Sonne den gesamten Tag ungehindert auf die Dächer.

Energieertrag von rund 380.000 Kilowattstunden

Wie Homann weiter berichtet, wandelt die Anlage die Kraft der Sonne direkt in elektrische Energie um. Jahr für Jahr liefern die Module einen Energieertrag von rund 380.000 Kilowattstunden. Damit kann dem EVO-Manager zufolge das neue Stadion rein rechnerisch komplett mit Ökostrom aus der eigenen Solaranlage betrieben werden. Die erzeugte Energie entspricht dem Verbrauch von 130 Drei-Personen-Haushalten.

Dank Sonnenkraft sinkt künftig der Ausstoß des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid um rund 215 Tonnen pro Jahr. Die neue Anlage soll bereits in diesem Sommer offiziell eröffnet werden – zu diesem Anlass will unter anderem Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich nach Offenbach kommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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