Gesundheitsamt informiert

Zecken: Stadt gehört zu Risikogebieten

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Gestern erfuhren im Rathaus auch Schüler Wissenswertes über Zecken.

Offenbach - Das Stadtgesundheitsamt informiert noch bis Samstag im Rathaus über Zecken sowie über Erkrankungen, die diese übertragen können. Zudem gibt es Tipps, wie Menschen sich schützen können.

Auch Offenbach und die südlich des Mains gelegenen Nachbarkreise gehören zu den Risikogebieten für eine durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung. Aber nicht nur diese wird durch Zecken übertragen: Viel häufiger ist die Borreliose. Dr. Bernard Bornhofen. Leiter des Stadtgesundheitsamts, beantwortet Fragen zum Thema.

Was sind Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie sind blutsaugende Parasiten. In Deutschland leben verschiedene Zeckenarten. Die häufigste Zecke ist der Holzbock. Anders als Menschen und Säugetiere entwickeln sich die Zecken über verschiedene Stadien, die unterschiedlich aussehen, von den kleineren Jugendstadien zu den größeren, erwachsenen Zecken. Diese Entwicklung kann mehrere Jahre dauern, und dazu sind drei Blutmahlzeiten an drei verschiedenen Wirten erforderlich.

Wo kommen Zecken vor?

In Deutschland kommen diese Zecken in allen Gegenden bis zu einer Höhe von etwa 2 000 Metern in freier Natur, aber auch in innerstädtischen Parks und Gärten vor.

Zu welcher Jahreszeit sind Zecken aktiv?

Zecken werden ab einer Außentemperatur von etwa acht Grad aktiv und stechen vor allem vormittags und am frühen Abend. Die eigentliche Zeckensaison ist in den Monaten März bis Oktober.

Wie finden die Tierchen ihre Mahlzeit?

Die im Gras und auf Blättern sitzenden Zecken erkennen mögliche Opfer an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen. Vorbeikommende Menschen und Tiere streifen die Zecken ab. Sie lassen sich also nicht von den Bäumen herabfallen.

Bevorzugen Zecken bestimmte Stellen am Körper?

Die Zecken suchen, nachdem sie abgestreift wurden, eine Zeitlang nach einer günstigen Stichstelle für das Blutsaugen. Dies sind insbesondere Kniekehle, Leistenbeuge, Achselhöhle oder Haaransatz.

Zecken: Die häufigsten Irrtümer

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Welche Erkrankungen werden durch Zecken übertragen?

In Deutschland können Zecken überwiegend zwei Erkrankungen übertragen: Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die sich mit geeigneten Antibiotika behandeln lässt, und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Es ist eine Viruserkrankung, für die zwar keine Antibiotika vorhanden sind, gegen die es aber eine Impfung gibt. In der Stadt Offenbach wurden seit dem Jahre 2001 insgesamt fünf Fälle von Frühsommer-Hirnhautenzündung festgestellt.

Wenn ich eine Zecke auf meinem Körper finde, wann und wie sollte ich diese entfernen?

Eine noch wandernde Zecke kann einfach mit der Hand entfernt werden. Eine festgesaugte Zecke sollte immer möglichst schnell nach ihrer Entdeckung mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte beziehungsweise -zange oder, wenn keins dieser Hilfsmittel vorhanden ist, mit den Fingerspitzen entfernt werden. Dies geschieht, indem der Zeckenkörper so nah wie möglich an der Haut gefasst, vorsichtig gelockert und langsam von der Einstichstelle weg herausgezogen wird. Die Zecke darf dabei nicht gequetscht werden, da sonst deren infektiöse Sekrete in den menschlichen Körper gelangen können. Die Verwendung von „Hausmitteln“, wie zum Beispiel Öl, Nagellack oder Klebstoff, ist unbedingt zu unterlassen. Wenn möglich, die Stichstelle anschließend desinfizieren.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Den besten Schutz gegen eine FSME-Erkrankung bietet die vorbeugende Impfung. Bei einem Aufenthalt im Freien sollte möglichst helle Kleidung getragen werden. Auf der Kleidung sitzende Zecken sind dadurch besser zu erkennen. Auch festes Schuhwerk ist zu empfehlen. Darüber hinaus können zeckenabweisende Hautschutzmittel eingesetzt werden, die jedoch nur eine begrenzte Wirksamkeit haben. 

mad

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