Die Stadt in Kinderaugen

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Amrei Pérez Preiß (rechts) erklärt, wo sie am liebsten spielt. Die Lieblingsorte von ihr und ihren Klassenkameraden gibt es nun schwarz auf weiß in einem Buch.

Offenbach ‐ In letzter Minute erreichte das Buch der Klasse 2a der Grundschule Buchhügel die Jury der Imagekampagne „100 gute Gründe für Offenbach“. Für die späte Einsendung gab es jedoch keinen Punktabzug. Im Gegenteil: Das bunte Gemeinschaftswerk wurde mit einem Sonderpreis der Lokalen Agenda 21 ausgezeichnet. Von Katharina Platt

Sichtlich wohl fühlen sich die Sieben- und Achtjährigen auf dem Boden des großen Ausstellungsraums im Klingspormuseum. Auf Kissen sitzen sie um einen Berg Kinderbücher, doch ihr aktuelles Lieblingsbuch trägt nicht etwa die Handschrift eines berühmten Autors, sondern ihre eigene. Mit ihrer Deutschlehrerin Ariane Seikel haben sie ihre Lieblingsspielorte in Offenbach zusammengetragen, gemalt, fotografiert und beschrieben. „Komm, ich zeige dir die Stadt mit meinen Augen“, heißt das großformatige Buch, das nun prämiert wurde. „Danke Euch, für dieses Buch“, sagte Agenda-Aktivistin Barbara Levi-Wach bei der Preisübergabe im Schriftkunstmuseum.

Auch Bürgermeisterin Birgit Simon ist dankbar für den liebevoll gestalteten Leitfaden. „Jetzt weiß ich, wo ihr gerne hingeht“, sagt sie und verspricht, gut auf die Lieblingsplätze der Schüler und die Natur der Stadt zu achten. Jedes Kind nimmt stolz ein Exemplar der Publikation entgegen. Das war der Wunsch ihrer Klassenlehrerin. Die 27-Jährige entwickelte das Konzept für den kindgerechten Bildband in ihrer zweiten Examensarbeit. Dass die Texte, Bilder und Ideen ihrer Schüler so vielfältig und kreativ ausgefallen sind, freut die Pädagogin. „Kinder kennen viele Gründe, die Offenbach schöner machen“, sagt sie.

Auch Waldschwimmbad gehört zu den Favoriten

Der Ort der Preisübergabe ist nicht willkürlich gewählt. Das Klingspormuseum zeigt zurzeit seine Kinderbuchausstellung. Da passt das 44-seitige Werk perfekt in das literarische Ambiente. Und auch die Preisträger fühlen sich wohl. Nach den Ansprachen von Barbara Levi-Wach, Bürgermeisterin Birgit Simon und Ariane Seikel verteilen sich die Jung-Autoren mit ihren bunten Kissen und Buchexemplaren im großzügigen Raum. Gäste und Besucher sind eingeladen, sich von den Jungen und Mädchen die Publikation erklären zu lassen.

Amrei hat die Kinder- und Jugendfarm gemalt und beschrieben. „Man kann Hasen füttern, fangen spielen und verstecken“, liest sie vor. Die siebenjährige Jasdip stellt einen kleinen Spielplatz am Landgrafenring vor: „Es gibt eine Rutsche und einen Sandkasten.“ Er liegt versteckt in einem Hinterhof, aber jetzt wissen auch ihre Freunde und Klassenkameraden, wo die Schülerin am liebsten spielt. Ihre Klassenkameradin Valentina beschreibt ihren heimischen Garten: „In unserem Garten gehören mir zwei Blumen. Eine Geranie und eine Rose. Sie heißt Weißer Gruß an Aachen. So heißt sie in echt. Wir haben ganz viele Rosen, weil mein Papa Fan von Rosen ist.“ Daneben sieht man ein farbenfrohes Abbild ihres Lieblingsortes hinter dem Haus ihrer Eltern.

Der EOSC freut sich, dass auch das Waldschwimmbad zu den Favoriten der Grundschüler gehört und bedankt sich für die kostenlose Werbung mit Gutscheinen für einen Schwimmkurs. Anfänger bekommen die Chance, Schwimmen zu lernen und die Fortgeschrittenen dürfen unter professioneller Anleitung ihren Freischwimmer machen.

Die Lokale Agenda 21 und das Presseamt haben das Bilderbuch nun drucken lassen. Nicht nur die Kinder der Grundschule Buchhügel dürfen es in ihre Zimmer stellen, denn noch sind Exemplare für 12 Euro zu haben.

Verkauft werden sie im Klingspormuseum (Herrnstraße 80) und im Buchladen am Markt.

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