Zahlen gravierend angestiegen

Besorgniserregender Rekord: In der Region wird mehr geschwänzt

Offenbach - Es ist ein neuer besorgniserregender Rekord, den die Schüler aus Stadt und Kreis Offenbach aufstellen: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Jugendlichen ab 14 Jahren, die unentschuldigt der Schule fernblieben, gravierend an. Von Julia Radgen

2016 erfasste das für Stadt und Kreis zuständige Schulamt 738 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Schulverweigerer, wie dessen Leiterin Susanne Meißner im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. 2015 waren es noch 424 Fälle. „Wir arbeiten intensiv mit der Polizei zusammen“, so die Amtschefin. Das betreffe vor allem die sogenannte Zwangszuführung: Polizeibeamte und Mitarbeiter des Schulamts holen den widerwilligen Jugendlichen zuhause ab und bringen ihn in die Schule. „Diesen Weg gehen wir verstärkt – um ein Zeichen zu setzen.“ Bei einigen Schülern zeige das schnell Wirkung. „Natürlich untersuchen wir, ob tiefere Probleme hinter der Schulverweigerung liegen“, betont Meißner.

Das Schulgesetz schreibt vor, dass erst diejenigen Schüler zum Unterricht gezwungen werden, bei denen „andere pädagogische Mittel“ fehlschlagen. Darunter fallen Beratung durch die Kinder- und Jugendhilfe, Hinweise an die Eltern und Gespräche mit dem Schüler – bei Berufsschülern mit Ausbildern und Arbeitgeber. „In manchen Fällen sind die Eltern auch machtlos und überfordert“, bestätigt Meißner. Wenn das Schulamt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den lernunwilligen Schüler eingeleitet hat – den Antrag stellt die Schule –, erwartet diesen beziehungsweise dessen Eltern ein Bußgeld. Pro Fehltag fallen mindestens fünf Euro an; wer wiederholt fehlt, zahlt mehr. Für unentschuldigtes Fehlen vor oder nach den Ferien werden sogar 100 Euro fällig.

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