Parken in Offenbach

Zwei Stunden kostenlos

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Bleibt vorerst das letzte Refugium für zahlungsunwillige Autofahrer: Auf dem Parkplatz am Mainufer soll das Abstellen des Fahrzeugs zwei Stunden lang kostenlos ermöglicht werden. Neu installiert wurden Parkscheinautomaten bereits auf dem Parkdeck Berliner Straße/Bahnhofstraße. Dort reicht künftig die Parkscheibe nicht mehr.

Offenbach - Der Beschluss des Offenbacher Magistrats, die Gebührenpflicht auf den öffentlichen Parkplätzen in der Innenstadt auszuweiten, ist auf unseren Internetseiten in großer Zahl und erwartungsgemäß nicht immer emotionslos kommentiertworden. Von Fabian El Cheikh

Es gibt eben Themen, die werden nicht nur am Stammtisch gern und leidenschaftlich diskutiert. Nicht alle Nutzer indes ärgern sich über die Nachricht, dass künftig montags bis samstags bis 21 Uhr einen Parkschein ziehen muss, wer etwa am bislang kostenlosen Parkdeck an der Bahnhofstraße sein Fahrzeug abstellt.

Ein Kommentator ist der Meinung: „Wenn ich ins KOMM-Center fahre, bezahle ich dort auch ohne Murren, also ist es vollkommen in Ordnung, wenn da kassiert wird.“ Umgekehrt glauben nicht wenige, dass diese Regelung einen der letzten Standortvorteile des Einzelhandels vernichtet. „Das freie Parken für ein oder zwei Stunden bringt mich gerade noch nach Offenbach zum Einkaufen“, unterstreicht ein anderer Nutzer, „da komme ich wie einige andere noch gern aus dem Landkreis Dieburg. Fällt das weg, wäre ich wahrscheinlich sehr sehr selten noch in Offenbach einkaufen.“

IHK ist über das Vorhaben der Stadt nicht glücklich

Ein anderer, der sich das Pseudonym „Stadtverordneter“ gegeben hat, betont: „Sollte das umgesetzt werden, werden das die Händler nach einem Jahr spüren.“ Als Antwort auf das Argument, man solle besser den Öffentlichen Nahverkehr nutzen statt mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, gibt er zu bedenken: „Per S-Bahn kann man auch gleich nach Frankfurt weiterfahren. Da gibt es genug andere Möglichkeiten für einen Erlebniseinkauf.“

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Die Industrie- und Handelskammer Offenbach sieht das Vorhaben mit zwiespältigen Gefühlen: „Wir haben durchaus Verständnis, dass die Stadt in ihrer schwierigen finanziellen Situation nach weiteren Einnahmemöglichkeiten sucht“, sagt Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. „Gleichwohl haben wir zu verstehen gegeben, dass die Wirtschaftskraft nicht weiter geschwächt werden darf.“

Mainuferparkplatz soll kostenlos bleiben

Man benötige weiterhin kostenlose Parkplätze und sei diesbezüglich in Gesprächen mit dem Ordnungsdezernenten und Stadtrat. Wie Felix Schwenke unserer Zeitung gegenüber betonte, wolle er durchaus einen Kompromiss finden und habe frühzeitig den Kontakt mit dem Einzelhandel in dieser Thematik aufgenommen. „Auf dem Mainuferparkplatz sollen auch künftig Autofahrer kostenlos ihr Fahrzeug abstellen können, um in der nahen Innenstadt einzukaufen“, teilt er nun mit. „Natürlich steht auch der Einzelhandel selbst in der Pflicht, Käufern ein attraktives Angebot zu machen, beispielsweise mit der Erstattung von Parkgebühren.“ Festschreiben lassen will er die Gebührenfreiheit am Main für die ersten beiden Stunden. Deshalb blieben die 700 Stellplätze an der Carl-Ulrich-Brücke von der Bewirtschaftung durch Parkautomaten „vorläufig ausgenommen“.

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Weinbrenner indes hofft, den Magistrat noch überzeugen zu können, die freie Parkzeit auf drei Stunden zu erhöhen. „Außerdem brauchen wir eine individuelle Lösung für den Wilhelmsplatz“, gibt der IHK-Chef vor. „Die Gastronomen haben durch den Umbau schon sehr gelitten, und wir müssen sehr wohl überlegen, dort einen fairen Kompromiss zu finden.“ Schwenke hat bereits angekündigt, mit den dort ansässigen Gastronomen zu reden.

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