Weniger Beton, mehr Grün

Stadt Offenbach fördert Flächenentsiegelung

In diesem Garten ist Entsiegeln nicht mehr nötig.
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In diesem Garten ist Entsiegeln nicht mehr nötig.

Versiegelten Flächen geht‘s jetzt an den Kragen, bestenfalls. Zumindest will die Stadt Offenbach ihre Bürger davon überzeugen, auf dem eigenen Grundstück umzudenken. Denn das ist notwendig: Damit Regenwasser häufiger als bisher und auf mehr Fläche in Offenbach versickern kann, müssen versiegelte Flächen wieder offen für die Aufnahme von Wasser werden.

Offenbach – „Die wachsende Stadt, die Nachfrage nach Wohnraum sowie weitere Unternehmensansiedlungen in Offenbach führen zu innerstädtischen Verdichtungen und Flächenversiegelungen, die mit ökologischen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung verbundenen sind“, heißt es dazu vonseiten der Stadt. Einige der Folgen, die in jüngster Vergangenheit bereits sich zu beobachten sind: Baumsterben durch erschöpfte Grundwasserspeicher, überhitzte Stadtgebiete, Überschwemmungen durch mangelnde Versickerungsflächen.

Dem will die Stadt nun entgegenwirken und schafft darum ein Anreizsystem für Bürger als Teil des großen Klimaanpassungskonzeptes aus 2020: Wer eigene Flächen so umgestaltet, dass die der Förderrichtlinie entsprechen, kann so Zuschüsse in Höhe von 50 Euro pro Quadratmeter erhalten. Im ersten Schritt stehen für die Förderung 25 000 Euro bereit. Bei großer Nachfrage stockt die Stadt den Betrag weiter auf. Der Magistrat hat dem Antrag bereits zugestimmt, jetzt müssen noch die Stadtverordneten zustimmen.

„Wir alle haben die Starkregenereignisse des letzten Sommers in Erinnerung. Flächen wieder zur Aufnahme von Wasser zu öffnen, ist ein wichtiges Werkzeug zur Klimaanpassung“, erläutert Bürgermeisterin Sabine Groß. Denn der Niederschlag kann neues Grundwasser bilden für nachfolgende Generationen. Außerdem hat die Flächenentsiegelung positive Auswirkungen auf Wohn-, Lebens- und Aufenthaltsqualität in Offenbach: Die versiegelten Flächen heizen die Stadt im Sommer zusätzlich auf. „Und jedes Stück Boden, das Wasser aufnehmen kann, entlastet die Kanalisation, deren Ausbau für höhere Wassermengen aus technischen Gründen endlich ist“, betont Groß.

Die Förderung können Bürgerinnen und Bürger für bisher überbaute oder wasserundurchlässig befestigte Flächen wie zum Beispiel Asphalt oder Beton beantragen. Die Fläche muss mindestens 20 Quadratmeter groß sein. Pro Quadratmeter werden maximal 50 Euro der Planungs-, Material- und Baukosten und insgesamt höchstens 5 000 Euro gefördert. Dabei ist die Höhe der Fördermittel mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten definiert. Die genauen Förderrichtlinien werden nach dem Beschluss der Stadtverordneten im Bereich Umwelt und Klima auf www.offenbach.de veröffentlicht.

Die Entsiegelung muss mindestens zehn Jahre bestehen bleiben – auch bei einem Eigentümerwechsel. Schottergärten sind nicht förderfähig. Der Förderantrag muss vor Beginn der Arbeiten eingereicht werden. Die Anträge nimmt das Umweltamt entgegen und beantwortet Fragen rund ums Thema auch per E-Mail an umweltamt@offenbach.de. (lj)

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