Bereits im Mai 2014 hergerichtet, Vertrag erst jetzt unterschrieben

Zuwachs für Kleingärtner

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Wolfgang Kallenbach zeigt von seinem Kleingarten aus auf den im Mai 2014 angelegten Parkplatz, wo bereits wieder das Unkraut sprießt. Die Parkfläche ist Teil eines neuen, bislang ungenutzten Geländes, das der Kleingärtnerverein Süd im Zuge der Freimachung des Buchhügels zugesprochen bekommen hat. -

Offenbach - Es ist ein weiteres Kapitel in der an Verzögerungen und teuren Umsiedlungen gewiss nicht armen Geschichte von der Freimachung des Buchhügels fürs neue Polizeipräsidium. Immerhin: Ein gutes Ende zeichnet sich ab. Von Matthias Dahmer 

Die Rede ist von einem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück unterhalb des Tierheims. Das hat der Stadtwerke-Ableger OPG im Mai 2014 im Zuge einer Umsiedlung von Parzellen des Kleingärtnervereins Süd aufwändig hergerichtet. Unter anderem wurden auf dem Gelände, das früher der Stadt als Baumschule und Gärtnerei diente, ein Zaun gezogen, eine Zufahrt östlich des Tierheims gebaut, ein Parkplatz geschaffen und Wasserleitungen von der Weserstraße zum Areal gelegt.

„Die haben damals sechs Wochen lang gearbeitet, da ist jetzt über ein Jahr her, getan hat sich bis jetzt nichts“, ärgert sich Wolfgang Kallenbach. Der „Dienstälteste“ in der Anlage 6 des Kleingärtnervereins Süd, die an das neue Gelände grenzt, deutet aufs Grün, das bis an seinen Garten wuchert. Gemäht wurde offenbar schon lange nicht mehr, dort, wo der Parkplatz angelegt ist, sprießt bereits wieder Unkraut.

Das Areal, auf dem als Ausgleich zur auf dem Buchhügel geschleiften Anlage 16 mit ihren sieben Gärten insgesamt 17 neue Parzellen geschaffen wurden, sollte dem Kleingärtnerverein längst übereignet sein. Warum sich die Vertragsangelegenheiten so lange hinziehen, erklärt man im Liegenschaftsamt mit einer Menge Details, an denen es gehakt habe. Mittlerweile liege der unterschriftsreife Vertrag dem Verein aber vor, heißt es.

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Zacharias Leis, Vorsitzender des seit 1919 bestehenden Vereins, kann das bestätigen. „Wir können jetzt über das Gelände verfügen“, freut er sich darüber, dass man nun mit der Vergabe der 17 Parzellen beginnen kann. „Wir sind jedenfalls motiviert“, so der Vereinsvorsitzende. Wolfgang Kallenbach darf das im Hinblick auf seinen Kleingarten zunächst zufrieden zur Kenntnis nehmen.

Unter dem Aspekt der Kosten für die Stadt kann ihn die Sache, so wie sie gelaufen ist, jedoch nicht beruhigen. Er erinnert daran, dass man im Rathaus erst vor kurzem einräumen musste, bei der Pflege und Unterhaltung des fürs Polizeipräsidium freigeräumten Buchhügels wahrscheinlich auf mehr als 100.000 Euro sitzen zu bleiben. Ganz so teuer dürfte die rund 16 monatige Verzögerung bis zur Übergabe des Geländes unterhalb des Tierheims nicht werden. Doch kostenlos ist das Beseitigen des wuchernden Grüns bestimmt nicht zu haben.

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