Ungeliebter Vorschlag

Stadt Offenbach will keine Tiefgarage für Ketteler-Pflegekräfte

Eine Tiefgarage unter der Puteauxpromenade für die Ketteler-Pflegekräfte ist politisch nicht gewollt.
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Eine Tiefgarage unter der Puteauxpromenade für die Ketteler-Pflegekräfte ist politisch nicht gewollt.

Die Parkplatzsituation für die Ketteler-Angestellten ist seit Jahren problematisch. Ein Unternehmer wollte mit einer Tiefgarage Abhilfe schaffen – während die Klinik-Leitung den Vorschlag begrüßte, stießen die Pläne bei der Stadt auf wenig Begeisterung.

Offenbach – Während im Westend, dem Senefelder- und Mathildenquartier die Anwohnerparkbezirke ausgeweitet werden, bleibt der Buchhügel vorerst verschont. Eigentlich sollten auch dort Anwohner bevorrechtigt werden, doch nach Protesten der Ketteler-Angestellten hat die Stadt davon abgesehen – bis eine Lösung für das Klinikpersonal gefunden sei (wir berichteten).

Man arbeite an einer Lösung, heißt es aus der Stadt dazu – nun meldet sich der Hanauer Karl Wolf in der Sache zu Wort. Der Immobilienunternehmer erfuhr als Patient im Kettelerkrankenhaus vom Pflegepersonal aus erster Hand von der Problematik. Mit Planern und Landschaftsarchitekten entwarf er ein Vorhaben für eine Tiefgarage für die Angestellten: Während die Pläne von der Klinikleitung begrüßt wurden, stieß er bei der Stadt auf Ablehnung.

Ketteler-Angestellte: Parken in der Tiefgarage?

Sein Plan: Östlich der Klinik, zwischen Besucherparkplatz und der Wohnbebauung an der Puteauxpromenade eine Tiefgarage mit nahezu 200 Stellplätzen. „Danach könnte wieder alles begrünt werden – dafür gibt es im Bundesgebiet etliche Beispiele“, sagt Wolf. Doch der von Rissen durchzogene Fuß- und Radweg entlang der Promenade ist städtisches Gelände und die Stadt hat, wie der Offenbach-Post vorliegende Unterlagen zeigen, aus politischen Gründen kein Interesse, dort eine Tiefgarage zu errichten. Denn rund 20 Bäume müssten gefällt werden und eine Tiefgarage habe eine „negative Vorbildfunktion für ganz Offenbach“.

„Mir wurde vorgehalten, es sei ja ein gewerblicher Bau und daher abzulehnen“, sagt Wolf, „bei fast allen Kliniken sind die Parkhäuser gewerblich, da diese sie nicht selbst bauen können.“ Nach Abschluss der Arbeiten würde die Fläche wieder bepflanzt, sagt er, „da wäre ein halbes Jahr eine Baustelle und dann ist der Park wieder da und der Klinik geholfen.“

Laut einer Umfrage des Kettelerkrankenhauses unter den Mitarbeitern sind zwischen 260 und 356 Angestellte täglich auf einen Parkplatz angewiesen, um von ihrem Wohnort zur Arbeit zu kommen. „Mit der von Karl Wolf vorgeschlagenen Tiefgarage hätten wir kein Problem –- die Plätze zu überschaubaren Konditionen zu mieten, würde uns helfen“, sagt Ketteler-Geschäftsführer Gerd Kath. Er sei aber froh, dass die Stadt von der Anwohnerregelung auf dem Buchhügel abgesehen habe und sich die Situation für seine Angestellten somit nicht verschlechtere.

Parkplatzsituation: Keine Einigung

Beim Planungsamt heißt es, man begrüße das Engagement von Karl Wolf, doch da es eine komplexe Planung sei, die einen städtischen Außenbereich betreffe, habe man keine Einigung finden können. Mehrere Monate zogen sich die Verhandlungen hin. Dem Unternehmer ist die Verärgerung deutlich anzumerken: „Es geht um Pflegekräfte, um Menschen in einem wichtigen Beruf – und von der Stadt gibt es keine realistischen Vorschläge, deren Situation zu verbessern.“ Er habe auch einen Parkplatz etwa nahe einer weiteren Klinik am Buchhügel oder der Buswendeschleife vorgeschlagen. „Da hieß es vom Planungsamt, dass der Bau die dortigen Frösche stören würde – die Stadt sollte ehrlich sein und sagen, dass sie nichts für die Klinik-Mitarbeiter tun will“, sagt Wolf.

Einen Alternativvorschlag hat das Planungsamt allerdings parat – der für die Klinikleitung nicht zur Diskussion steht: Wenn gebaut werden müsse, dann solle die Klinik ein sechsstöckiges Parkhaus für knapp 100 Fahrzeuge entweder auf dem westlichen Besucherparkplatz oder im südlichen Teil des Geländes, der Parkanlage, errichten. „Das ist beides nicht möglich“, sagt Kath, „zum einen haben wir nicht das Geld, um selbst ein Parkhaus zu bauen, und zum anderen sind diese beiden Bereiche unsere einzigen Erweiterungsmöglichkeiten für unser medizinisches Versorgungsangebot.“

Bevorzugen würde die Stadt eine Variante, bei der nicht gebaut würde: So wird als temporäre Lösung über die Nutzung der bereits ausgewiesenen Zusatzparkplätze für das Stadion an der Buswendeschleife am Buchhügel nachgedacht. „Auch das würde unseren Beschäftigten weiterhelfen“, sagt Kath. Wie realistisch diese Lösung ist, ist noch nicht abzusehen. (Von Frank Sommer)

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