Stadt plant neue Schule

Offenbach - Während im Kreis bereits die ersten Schulen wegen zurückgehender Schülerzahlen schließen - etwa die Friedrich-Fröbel-Schule in Obertshausen oder die Wichernschule in Mühlheim - und die Zukunft weiterer Bildungseinrichtungen von Langen bis Seligenstadt in den Sternen steht, plant Offenbach entgegen dem Trend eine völlig neue Grundschule. Von Fabian I. El Cheikh

Wie Offenbachs Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß gestern mitteilte, lasse die demografische Entwicklung keine andere Möglichkeit zu als den Neubau einer Schule im Nordend, um die Goetheschule dauerhaft zu entlasten. Weiß: „Bereits jetzt steht die Grundschule in der Bernardstraße unter erheblichen räumlichen Druck, der sich durch den Ausbau zur Ganztagesschule noch verschärfen wird.“ So starte die Schule im bevorstehenden Schuljahr siebenzügig, bereits im Schuljahr 2010/2011 müsste es acht Klassen in einem Jahrgang geben. Weiß: „Wenn wir die Berechnungen fortführen, die Kinder sind ja alle schon geboren, werden wir 2015 sogar zehnzügig sein.“ Das könne die Schule auf keinen Fall verkraften.

Wir müssen innerhalb der nächsten drei Jahre reagieren“, betont Weiß, der das Schulproblem im Nordend den Kommunalpolitikern bereits bei der letzten Stadtverordnetensitzung dargestellt hat. Dort habe es viel Verständnis für die Pläne des Bildungsdezernats gegeben, die freilich noch längst nicht ausgereift sind.

Fest steht, dass es einen Neubau geben muss, der die Goetheschule entlasten und voraussichtlich 400 Kinder, also einhundert Schülern pro Jahrgang, Platz bieten soll. Man habe zwar versucht, die Schulbezirke neu einzuteilen, das sei jedoch nicht ausreichend: „Bereits jetzt schicken wir Teile der neuen Schüler auf die Beethovenschule.“ Der Neubau wird die Stadt voraussichtlich 20 Millionen Euro kosten, schätzt Weiß.

Ursache des Problems sei der starke Bevölkerungszuwachs im Nordend durch den Zuzug junger Familien mit vielen Kindern. „Ein Trend, der für Großstädte nicht unüblich ist.“

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