Stadt schickt Finanzprüfer ins Klinikum

Offenbach (fp) - Die Finanzsituation am Städtischen Klinikum ist weiterhin äußerst angespannt.

Das hat der Aufsichtsrat einem Quartalsbericht des Klinik-Geschäftsführers Ulrich Schmidt entnehmen müssen, in dem für 2010 ein um knapp 10 Millionen Euro über den Erwartungen (20 Millionen) liegender Verlust ausgewiesen wird. Kämmerer Michael Beseler spricht von einer verschlechterten Finanzsituation, deren Ursachen noch zu ergründen seien. Schmidt selbst sieht die derzeitige Situation aber immer noch „relativ entspannt“.

Beide verwahren sich gegen Schreckensbotschaften aus der Offenbacher Gerüchteküche, wonach der Fortbestand des Klinikums in kommunaler Trägerschaft wegen Überschuldung akut gefährdet sein soll und der Verkauf an Private jetzt unumgänglich werde. Schmidt bekräftigt sogar seine Prognose, wonach das Klinikum im operativen Bereich spätestens 2012 schwarze Zahlen schreiben wird. Bleiben die Risiken durch den Neubau, sprich durch Zinsen und Abschreibungen. Auch da sieht Schmidt für 2011 nichts anbrennen. Kämmerer Beseler will sich darauf aber nicht verlassen, hat deshalb Mitarbeiter der Kämmerei und des Revisionsamts ins Klinikum geschickt. Diese sollen ihrem Chef zur nächsten Aufsichtsratssitzung einen detaillierten Bericht vorlegen. Die zusätzlichen Kontrolleure machen Schmidt nicht nervös: „Wir spielen gerne mit offenen Karten. “ Vielleicht erhält der Geschäftsführer ja auch Schützenhilfe, beispielsweise bei den immer mal wieder vorkommenden Streitigkeiten mit den Wirtschaftsprüfern.

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