Die Stadt schläft nie

Offenbach ‐ Es brennt eine Flamme in Offenbach, die niemals erlischt. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr lodert der Abfall von rund einer Million Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet in den zwei Öfen des Müllheizkraftwerks in der Dietzenbacher Straße. Von Denis Düttmann

Um zwei Uhr in der Nacht thront Dirk Rohs in einem kleinen Kabuff hoch über dem Bunker und gibt dem Feuer Zunder. Mit zwei Joysticks steuert der Kranführer den mächtigen Greifarm hinunter in den Unrat, packt zu und befördert mit wenigen Handgriffen nahezu 3000 Kilo Müll in den lodernden Schlund. „Manchmal ist es schon ein wenig einsam hier oben – ganz allein, mitten in der Nacht“, sagt Rohs. „Aber ich habe ja mein Radio.“

Nachtarbeit, Schichtdienst, Bereitschaft – viele Menschen gehen ihrem Beruf nach, wenn andere schon längst in ihren Betten liegen. „Die Stadt schläft nie“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider am Mittwochabend um kurz nach halb zehn in der Stadtwache am Marktplatz. „Auch im Stadtkonzern wird rund um die Uhr gearbeitet.“ Mit einer Gruppe aus Journalisten, Fotografen und Mitarbeitern seines Pressestabs fährt der Verwaltungschef durchs nächtliche Offenbach und besucht all jene, die vom späten Abend bis in die frühen Morgenstunden arbeiten: Polizisten und Busfahrer, Ärzte und Feuerbestatter, Hausmeister und Feuerwehrmänner.

Stippvisite vom Krematorium bis hin zur Notaufnahme

Nachtarbeit in der Stadt

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