Schwimmbad

Weitere Sanierung nötig

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Dem Geldmangel geschuldetes Flickwerk im Waldschwimmbad: Mit Teilen eines Bauschilds wurden defekte Fliesen im Becken abgedeckt.

Offenbach - Es war für den Ersten Offenbacher Schwimmclub (EOSC), den Betreiber des einzigen Schwimmbads in der Stadt, ein kurzer und heftiger Sommer. Das betraf die Temperaturen ebenso wie die Möglichkeiten, das Bad auf der Rosenhöhe ordnungsgemäß zu führen. Von Matthias Dahmer

Mit einem seit Jahrzehnten unveränderten städtischen Zuschuss von 440.000 Euro im Jahr, ein Betrag, für den andere Kommunen ihre Freibäder nicht mal öffnen würden, musste das notgedrungen personell unterbesetzte Bad-Team des EOSC auch in diesem Jahr bewältigen, was besonders an den heißen Wochenenden nicht zu bewältigen war. Besucher, die sich nicht an die Regeln hielten, Badgelände und Becken vermüllten, gar Schlägereien anzettelten, verschreckten jene, die auf der Rosenhöhe Erholung suchten.

Vollmundige Solidaritätsbekundungen

Von der Politik kamen kurz nach den Vorfällen vollmundige Solidaritätsbekundungen, die sich als reine Lippenbekenntnisse entpuppten. So ist es nicht verwunderlich, dass in der mehr als 2 300 Mitglieder zählenden EOSC-Familie der – freilich nicht laut geäußerte – Unmut wächst. Unmut darüber , dass sich so manche andere Sporteinrichtung bester finanzieller Unterstützung erfreut, während der Verein, der mit dem Badbetrieb eine eigentlich städtische Aufgabe übernommen hat, regelmäßig als Bittsteller im Rathaus vorstellig werden muss.

Immerhin: EOSC-Chef Matthias Wörner bastelt derzeit mit dem Sportamt an einem Finanz- und Sicherheitskonzept, mit dem man die Probleme künftig in den Griff bekommen will.

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Lob für Bad und Betreiber

Sicher ist schon: Auf die Stadt kommen weitere Kosten zu. So hat der Zahn der Zeit am kleinen 25-Meter-Becken genagt, fallen dort mittlerweile die Fliesen ab. Wie der Schaden kurzfristig behoben wurde, ist ein schöner Beleg dafür, dass auf der Rosenhöhe die Improvisation zum System erhoben werden muss: Damit die abstehenden, scharfkantigen Fliesen im Becken niemanden verletzten, hat man kurzerhand das lange auf dem Bad-Parkplatz stehende Bauschild genommen, mit dem das Land auf die Sanierung des großen Beckens hingewiesen hat. Das Metallschild wurde auseinandergeschnitten, dient nun zur Abdeckung der Fliesen.

600 000 Euro, sagt Wörner, würde es kosten, das kleine Becken mit einer ähnlichen Stahlwanne auszukleiden, wie sie im großen zu finden ist. Ein Betrag, das weiß der EOSC-Vorsitzende, den die Stadt nicht aufbringen kann. Er setzt deshalb auf eine Folie für das marode Becken. Die erforderlichen 700 Quadratmeter Gummihaut würden zirka 120 000 Euro kosten, rechnet Wörner vor. Die Sanierung müsste im nächsten Frühjahr in Angriff genommen werden.

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