Offenbacher Neujahrswünsche

Stadt soll Chancen nutzen

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Haben Wünsche für Offenbach (v.r.): Simon Isser, Michael Kunze, Martina Fuchs, Horst Schneider, Vero Schumacher, Ingrid Wagner und Peter Freier.

Offenbach - Wir mochten gar nicht wissen, wer sich im neuen Jahr wieder das Rauchen abgewöhnen, weniger Alkohol trinken und endlich mehr Sport treiben will. Dies eingedenk des weisen Satzes, dass gute Vorsätze dazu da sind, gebrochen zu werden. Von Markus Terharn, Sebastian Schwarz und Veronika Schade

Auch dass man sich selbst und seine Lieben gern gesund sähe, haben wir einfach mal unterstellt. Sonst war Persönliches ebenso gefragt wie Politisches oder Allgemeines.

Oberbürgermeister Horst Schneider hofft wenig überraschend, dass „der Stadt solche Katastrophen wie 2013 im nächsten Jahr erspart bleiben“. Erwartungsfroh blickt das Stadtoberhaupt den Gesprächen mit Landesregierung und Regierungspräsidium bezüglich weiterer Investitionen in Kindertagesstätten und Schulen entgegen. Vorantreiben möchte er zudem den Gestaltungswettbewerb für den umstrittenen Umbau des Marktplatzes.

Peter Freier, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtverordnetenversammlung, hat vor allem einen Wunsch fürs neue Jahr: „Dass auf Seiten des Magistrats und der Koalitionsmehrheit die Weisheit ankommt, dass der politische Gegner auch Recht haben könnte.“ Außerdem solle die Stadt endlich die vorhandenen Chancen, zum Beispiel bei der wirtschaftlichen Entwicklung, nutzen.

Fluglärm, Umzug, Trauer

Ingrid Wagner von der Bürgerinitiative Luftverkehr (BIL) nimmt für 2014 den örtlichen Grünen-Politiker und neuen hessischen Wirtschafts- sowie Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in die Pflicht. „Ich hoffe, er wird sich beim Thema Flughafen durchsetzen.“ Nachgeben will die agile Aktivistin im Kampf gegen den Fluglärm indes nicht. „Wir werden nicht lockerlassen, bis wir unser Ziel erreicht haben“, verspricht sie.

Martina Fuchs, Leiterin des Bürgerbüros im Rathaus, weiß, dass sie im nächsten Jahr viel Arbeit erwartet. „Da stehen Veränderungen bei den Öffnungszeiten und der Umzug in den Bernardbau an. Außerdem arbeiten wir an E-Government-Lösungen. Ein Ziel ist, den Führerschein online beantragen zu können.“ Fuchs feiert nächstes Jahr ihren 50. Geburtstag. „Ich bin nicht der Mensch, der von einem Sechser im Lotto träumt.“ Daher wünsche sie sich „Gelassenheit, unwichtige Dinge nicht so wichtig zu nehmen“.

Michael Kunze, Pfarrer von St. Josef und katholischer Dekan, erhofft sich für sein Dekanat, dass dort etwas wahr wird, das Papst Franziskus den Christen vorlebe: Freude am Glauben. Darunter versteht der Theologe keineswegs nur Spaß oder Grund zum Lachen. Sondern „ein tragfähiges Gefühl, das auch die Trauer tragen kann, in der tröstlichen Gewissheit: Gott ist bei mir!“

Zusammenarbeit, Visionen und Selbstvertrauen

Freude ist auch das zentrale Stichwort für Reinhard „Blacky“ Prekel, Wirt des just mit dem städtischen Kulturpreis ausgezeichneten Veranstaltungslokals Wiener Hof. Er hofft, „dass in der Stadt etwas in Bewegung gerät“, und setzt verstärkt auf Kooperationen – zum Beispiel mit der Jazzsession und dem Jazz e.V. „Da sind wir auf einem guten Weg, das belebt Offenbach.“ Prekel will auch 2014 „kulturell für Freude sorgen“.

Künstlerin Heide Khatschaturian hat sich Realitätssinn bewahrt. So möchte sie zwei Vorstellung als „Visionen“ verstanden wissen. „Da ist zum einen die, es möge in der Innenstadt kleine Läden geben, die attraktiv sind, in denen man gern einkauft; für mich persönlich zum Beispiel ein Hutgeschäft. Originelle Angebote, die wir nicht mehr haben.“ Und: „Es möge eine Anlaufstelle geben, getragen von der Stadt, die Künstler unterstützt, ihnen etwa bei der Suche nach Sponsoren hilft.“ Ihre Kritik: „Die Kreativstadt wird gefördert – die Kunststadt nicht...“

Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Eingehalten?

Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Eingehalten?

Simon Isser, CDU-Stadtverordneter, Mitglied im Theaterclub Elmar und bei der Kinder- und Jugendfarm, betrüben die Negativschlagzeilen des Jahres. So wünscht er Offenbach vor allem Selbstvertrauen. „Unsere Stadt kann so viel, und zwar auf allen Gebieten. Sie muss sich nur trauen, das zu zeigen.“ Der Fokus aufs Negative verfälsche das Bild Offenbachs. Als aktiver Karnevalist hofft der 30-Jährige, dass die Fastnachtstradition erhalten bleibt. „Und zwar auf dem Niveau und in der Vielfalt, wie wir das haben, trotz aller Fernsehkonkurrenz.“

Vero Schumacher hofft als Vorsitzender des BSC 1899, eines der größten Offenbacher Vereine, auf ein Jahr mit vielen sportlichen Erfolgen. Für sich selbst hegt er den Wunsch, „so gesund und zufrieden weiterzuleben wie bisher“. Und was seine Heimatstadt betrifft? „Ich wünsche mir, dass Offenbach von der roten in die schwarze Positivliste aufsteigt.“

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