Stadt spart Interimslösung

Kinderbetreuung in Bürgel und Rumpenheim künftig mit zwei Standorten

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Symbolbild

Offenbach - Die Stadt wächst gegen den Hessentrend. Bis 2030 prognostizieren Experten für Offenbach einen Zuwachs von bis zu 10.000 Menschen. Parallel zum privaten Wohnungsbau ist die öffentliche Infrastruktur zu entwickeln: Kitas, Schulen, Verkehr. Von Martin Kuhn 

Ein erster kleiner Schritt ist ein Kita-Neubau in Rumpenheim. Peter Schneider kennt diese hochgerechneten Zahlen, wagt aber dennoch keine festen Prognosen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir wachsen müssen“, sagt der Schul- und Jugenddezernent, der Offenbach bei der Kinderbetreuung aktuell gut aufgestellt sieht. In der Stadt gibt es 4389 Kindergarten- (davon beim kommunalen Eigenbetrieb EKO: 2325), 1149 U3- (EKO: 96) und 1368 Hort-Plätze (EKO: 1100). „Offenbach gilt als junge Stadt. Und das wird sich nicht ändern“, sagt Schneider. Daher sieht er keine Veranlassung, vom bisherigen Investitionskurs für Kitas und Schulen abzuweichen: Die Bildung genießt weiter Priorität im Rathaus.

Und so lenkt der Bürgermeister den Blick nach Rumpenheim. In den Lachwiesen 21, direkt hinter der Ernst-Reuter-Schule, wird auf einer städtischen Fläche das nächste Projekt umgesetzt – falls die Stadtverordneten in der Sitzung am 19. November zustimmen. Der Neubau ist als Ersatz für die Bürgeler Kita Brandenburger Straße vorgesehen. Der Vorteil liegt für Hochbauerin Anna Heep auf der Hand: „Wir ersparen den Kindern und uns eine teure Interimslösung mit Containern.“ Das heißt: Der Kita-Betrieb mit derzeit 112 Kindern läuft ungestört weiter, bis der Neubau steht.

Das zweigeschossige Gebäude entsteht für 3,5 Millionen Euro auf kommunalem Grund, der seit 2001 als Kita-Erweiterungsfläche ausgewiesen ist. Dort befindet sich derzeit – neben einer Spielfläche für Kleinkinder – ein Spielplatz für ältere Kinder, vor gut zehn Jahren von Ernst-Reuter-Schülern in Eigenregie für eine temporäre Nutzung hergerichtet. Da es sich um den einzigen Spielplatz für größere Kinder in Rumpenheim handelt, plant die Stadt Ersatz – einen Steinwurf entfernt auf einer Fläche, die derzeit an eine Gärtnerei verpachtet ist.

Mit dem Neubau kommt die Stadt der weiter hohen Nachfrage nach U3-Betreuung im Mainbogen nach. Der EKO hat aufgrund der wachsenden Kinderzahlen im Einzugsgebiet der Kita einen viel höheren Bedarf ermittelt, als derzeit zur Verfügung steht. Aktuell werden 112 Kinder in vier Ü3-Gruppen und einer U3-Gruppe betreut. Die neue Kindertagesstätte (Bezug: Anfang 2018) ist für etwa 100 Kinder ausgelegt, samt Küche, Werkraum, Mehrzweckraum, Verwaltung. Der Neubau erfolgt auf einer 25 Zentimeter dicken Bodenplatte als „Low-Tech“-Gebäude in Massivholzbauweise und entspricht den Anforderungen der EnEV 2016.

Kita zeigt Musical „Dschungelbuch“

Bis zum Umzugstermin wollen die Fachleute ausarbeiten, was mit der alten, sanierungsbedürftigen Kita passiert. „Da gibt es alle Optionen: Abriss und Neubau, Sanierung und Erweiterung“, bekundet Bürgermeister Schneider. Die Kita aus den 1970er Jahren ist baulich und technisch in die Jahre gekommen. „Sie entspricht nicht mehr den erforderlichen energetischen Standards und insbesondere nicht den baulichen Standards einer Einrichtung für frühkindliche Bildung und Betreuung“, heißt es. Sicher ist: Der Standort Brandenburger Straße wird weiter für Kinderbetreuung vorgehalten.

Das würde passen. Schließlich entsteht nicht weit entfernt mit Bürgel-Ost ein weiteres Neubaugebiet für zirka 1100 Menschen. Ab Mitte 2016 lässt Stadtdienstleister ESO zunächst den getrennten Regenwasser- und Schmutzwasserkanal verlegen. Ein Jahr später folgen Strom, Wasser und Telekommunikation, Straßenbau, Lärmschutzwand und Grünanlagen. Das heißt: Ab 2018 können dort die Häuslebauer loslegen.

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