In der Stadt steht auch der Bus im Stau

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Michaela Müller fährt seit 18 Jahren Bus.

Offenbach - Die Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) feiern Jubiläum: Seit 125 Jahren gibt es den Öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt am Main. Dieser Geburtstag ist Anlass, in loser Folge Menschen vorzustellen, die mit daran arbeiten, dass Bürger pünktlich und zuverlässig ihr Ziel erreichen. Von Simone Weil

Michaela Müller ist seit 18 Jahren Busfahrerin. Sie war eine der ersten Frauen, die in Offenbach hinterm Steuer saß. Damals habe es noch große Vorbehalte gegeben, erinnert sich der stellvertretende Betriebsleiter Rainer Schulz. „Doch es hat sich gezeigt, dass die Frauen das besser machen als die Männer.“ Seine Erfahrung: Die Damen sind aggressionsfreier unterwegs, verursachen weniger Unfälle als ihre männlichen Kollegen und gehen verbindlicher mit dem Fahrgast um. Deswegen hätte Schulz gerne mehr weibliche Fahrer am Lenkrad.

Folgende Aktionen sind geplant:

9. Mai: Konzert mit Joy Flemming & Band sowie Waymond Harding & his Soulprotectors und Geoff & The Magig Tones in der Wagenhalle der OVB unter dem Namen „Wir rocken Offenbach“; 6. und 7. Juni: ÖPNV-Fest zur Offenbacher Woche auf dem Hugenottenplatz; 6. Juni: Wanderausstellung 125 Jahre Bus & Bahn zwischen Frankfurt und OF (an verschiedenen Orten); 4. Juli: CleverCard-Kundenaktion in der Mobilitätszentrale; 5. Juli: Teilnahme an der Offenbacher Ökomesse.

Die gebürtige Österreicherin, die aus Velden am Wörthersee stammt, ist eine von zehn Frauen unter insgesamt 204 Busfahrern, die für die mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) kooperierenden OVB, die Main Mobil Offenbach und die Main Mobil Frankfurt unterwegs sind. „Ich bin schon immer gern große Autos gefahren“, erzählt die 53-Jährige. Sie musste damals noch den Lkw-Führerschein machen, der heute keine notwendige Voraussetzung für Busfahrer mehr darstellt. Den stolzen 18 Meter langen Gelenkbus zu kutschieren, ist kein Problem für die sportliche Dame, die privat gern auf zwei Rädern unterwegs ist. Mit Kollegen aus der früher existierenden Betriebssportgruppe fährt sie am Wochenende öfter 80 bis 100 Kilometer lange Strecken - als Ausgleich zu ihrer stressigen Tätigkeit.

Gearbeitet wird in drei Schichten: Zu den unfreundlichen Arbeitszeiten kommen der starke Verkehr und die - je nach Tageszeit - großen Fahrgastmengen. Das  alles träg zur nervlichen Belastung bei. Trotzdem übernimmt Michaela Müller gern die Verantwortung für Fahrgast und Fahrzeug. Von größeren technischen Defekten ist sie bislang verschont geblieben.

„Ich versuche immer freundlich und positiv zu sein, aber ich lasse mir nicht alles gefallen“, sagt die OVB-Mitarbeiterin. Oft sei der Umgang mit der Kundschaft schwierig, „weil vom Schulkind bis zur Oma alle im Stress sind“. Vor Feiertagen sei die Stimmung oft besonders gereizt. Umso mehr freut es sie, wenn freundliche Fahrgäste „Bitte“, „Danke“ und „Guten Tag“ sagen.

Verspätungen, über die sich die Kunden ärgern, sind an der Tagesordnung: „Wir können nur so fahren, wie es der Verkehrs zulässt“, erklärt Michaela Müller. Das bedeutet: Versperrt ein Müllfahrzeug den Weg, muss eben auch der Linienbus warten.

Häufig kommt es zu Beschwerden, weil der Busfahrer trotz eines nahenden Fahrgastes losfährt. Aus OVB-Sicht stellt sich das Problem folgendermaßen dar: Es gibt beispielsweise am Marktplatz ein Sondersignal, das den Start anzeigt. An der zentralen Haltestelle sei das Warten auf Fahrgäste außerdem so eine Sache: „Gerade dort kommt immer jemand.“

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