Stadt wagt PPP nur bei den Schulneubauten

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Der Sozialdemokrat steuert Offenbachs Einstieg in eine Öffentlich-Private Partnerschaft.

Offenbach ‐ Ein langer Prozess des Überlegens und Verhandelns neigt sich seinem Ende zu. „Ich bin optimistisch, dass wir in den nächsten vierzehn Tagen zu Potte kommen“, sagt Stadtkämmerer Michael Beseler. Der Sozialdemokrat steuert Offenbachs Einstieg in eine Öffentlich-Private Partnerschaft. Von Thomas Kirstein

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Anders als im Landkreis wird PPP in der Stadt allerdings kein Mammutprojekt. Der künftige Partner - falls nicht doch noch die Erkenntnis reift, es sei wirtschaftlicher, selbst zu bauen - darf nur einen Bruchteil dessen umsetzen, was Offenbach mit seinen Schulen vorhat. 250 Millionen Euro sollen in den nächsten zehn Jahren in Sanierung und Neubau der teils schwer maroden Bildungsinstitutionen fließen.

Nach kontroversen politischen Diskussionen fallen für private Bauträger Neubauten und „neubauähnliche Projekte“ ab - aber immerhin in einem Umfang von inoffiziell mindestens 60 Millionen Euro. Das sind die Beethovenschule und auf dem Buchhügel die Theodor-Heuss-Schule sowie Erweiterungsbauten und Sporthalle für das dortige Berufsschulzentrum. Ursprünglich war die Kollwitz-Schule mit im Paket, wurde aber Ende 2009 herausgenommen. Wie alle privaten Bieter im Verfahren eine Komplettsanierung angehen wollten, war der Stadt zu teuer.

Jetzt soll diese Berufsschule herkömmlich renoviert werden, und zwar wie die anderen zu sanierenden Schulen auch durch die Stadtwerke Holding. Privaten Partnern, so Kämmerer Beseler, wäre das Risiko nicht zu bezahlen gewesen, sich für 20 Jahren auf unberechenbare, teils hundert Jahre alte Gebäude einzulassen.

Wie das Verfahren auch ausgeht, es war nicht billig. Bis zu 1,8 Millionen Euro wird die Stadt an Berater - die gleichen, derer sich schon der Landkreis bediente - gezahlt haben, um sich bei der Vertragsgestaltung von den versierten Juristen der Bewerber nicht über den Tisch ziehen zu lassen.

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