Stadt warnt, aber verbietet nicht

Offenbach - (alk) Nach ausführlicher Beratung hat sich der Magistrat entschieden, eine für den 17. April geplante Computerspiel-Meisterschaft in der Stadthalle nicht zu verbieten. Im Falle einer erzwungenen Absage wäre die Stadt mit einer Schadensersatzforderung konfrontiert worden. Ein Mietvertrag war bereits im September unterzeichnet worden.

Bei der Veranstaltung in zwei Wochen werden „Counterstrike“, „Counterstrike: Source“ und „Warcraft 3“ in Wettbewerben gespielt. Nach Ansicht von Dr. Michael Koch vom städtischen Jugendamt gehen solche als „Ego-Shooter“ bekannten Killer-Spiele auf Entwicklungen für Soldaten zurück, mit denen unter anderem deren Reaktionsvermögen trainiert wird. Bei exzessiver Nutzung veränderten diese Spiele die Persönlichkeit junger Menschen und erhöhten deren Aggressionsneigung, warnt Koch. Jugenddezernentin Birgit Simon warnt auch vor einer Suchtgefahr. Dennoch sei sie „zufrieden“ mit der Entscheidung, die „Intel Friday Night Game“ nicht zu verbieten, sondern mit Mitarbeitern in der Stadthalle auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Zudem soll sich das Jugendamt vor Ort einen Eindruck verschaffen, um zu entscheiden, wie die Stadt künftig mit solchen Veranstaltungen umgeht.

Simon kann sich vorstellen, dass es auch für Eltern sinnvoll sein kann, sich in der Stadthalle über diese Spiele zu informieren, die ab 16 Jahren freigegeben sind. Michael Koch wünscht sich, dass insbesondere Lehrer diese Gelegenheit wahrnehmen: „Denn die sind häufig weit entfernt von der Lebenswirklichkeit ihrer Schüler.“ Die Stadt Stuttgart hatte sich mit dem Veranstalter darauf geeinigt, eine Spiele-Nacht auf ihrem Territorium abzusagen. Das sei auch der räumlichen Nähe zu Winnenden geschuldet, meint Simon.

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