Stadt wünscht sauberen Start

Offenbach - Feuer frei: An Silvester lassen’s die Deutschen kräftig krachen. Die Industrie liefert die passende Pyrotechnik: Titanböller bieten neuartigen Funkenblitz und lauten Knall. Von Martin Kuhn

Razorlight ist eine zehnschüssige Fächer-Salven-Batterie. Oder doch gleich den Big Bang zünden mit einem Bombenrohr Kaliber 55 mm? Wie auch immer. Die Stadt Offenbach wünscht sich und ihren Bürgern nicht nur einen sicheren, sondern auch sauberen Start ins Jahr.

Es ist eine neue Aktion, eingebunden in das Projekt „Besser leben in Offenbach - Gib Acht auf Offenbach“. Mit Supermärkten und Einzelhandel kämpft die Kommune für mehr Sauberkeit am Neujahrstag. Klar: In der Silvesternacht wird ausgelassen gefeiert und das neue Jahr mit dem traditionellen Mitternachts-Feuerwerk begrüßt. Allein in Offenbach dürften zum Jahreswechsel mehrere Tonnen Feuerwerkskörper die Bürger erfreuen und dann nur noch Schutt und Asche sein.

Informations-Zettel der Stadt liegen bei

Viele Hobby-Feuerwerker beseitigen unmittelbar nach dem Spektakel das, was sich nicht in Schall und Rauch aufgelöst hat und kehren spätestens am Vormittag den Ort des mitternächtlichen Rituals. Andere leider nicht. An diese geht der gemeinsame Appell von Ordnungsamt, Stadtwerke Offenbach Holding und ESO, die Reste der Silvesternacht von Straßen und Gehwegen zu beseitigen.

Um möglichst viele „Feuerwerker“ bei aller Vorfreude auf das Ereignis mit diesem Appell zu erreichen und zu sensibilisieren, sollen diese beim Kauf der Ware an ihre Beseitigungsverpflichtung erinnert werden. Der Bitte des Ordnungsamtes auf Unterstützung der Aktion wollen 45 Offenbacher Märkte nachkommen und werden beim Verkauf von Böllern und Raketen ab dem morgigen Mittwoch (29. Dezember) einen Informations-Zettel der Stadt beifügen. Weiterhin wurden die Offenbacher Baugesellschaften gebeten Infoplakate in den Hauseingängen auszuhängen.

Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß freut sich über die starke Beteiligung der Märkte an der Aktion: „Im vergangenen Jahr war die Resonanz auf unsere Aktion so positiv, dass wir die Auflage der Informations-Flyer auf 12.000 Exemplare erhöht haben. Es ist erfreulich, dass sich in diesem Jahr zahlreiche Märkte unserer Aktion angeschlossen haben, die im vergangenen Jahr noch etwas skeptisch waren.“

Blindgänger Gefahr für Kinder

Die teilnehmenden Märkte der diesjährigen Kampagne sind: Aldi, Edeka, Praktiker, HIT, Lidl, Penny, Praktiker, Rewe, Rossmann, Schlecker, tegut und toom Bau Markt. Der Appell der Stadt gilt natürlich auch für diejenigen, die anderswo ihr Feuerwerk besorgen: „Beseitigen Sie am 1. Januar 2011 bitte die Reste der Feuerwerkskörper von den Gehwegen und Fahrbahnen. Bitte bedenken Sie, dass nicht abgebrannte Feuerwerkskörper oder Blindgänger eine Gefahr für Kinder darstellen. Aber auch liegen gelassene Flaschen gefährden Ihre Mitmenschen unnötig!“

Ob’s was bringt? Sicher dürfte sein, dass sich die Bürger nicht lumpen lassen, wenn’s um Böller und Raketen geht. Silvester 2009 gaben die Deutschen rund 113 Millionen Euro für das Feuerwerk aus – so viel wie noch nie. Dabei handelt es sich um einen heidnischen Brauch: Der wird zum Vertreiben böser Geister mit lautem Krachen und Feuerwerk begangen.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare