Hohe Ausfallzahlen 

Stadtbedienstete oft krank - Ausnahme: Offenbach

Offenbach/Hanau - Die Hessen sind im vergangenen Jahr im Schnitt knapp 20 Tage krankgeschrieben gewesen. Die Mitarbeiter in Stadt- verwaltungen fehlen allerdings viel länger krankheitsbedingt.

Die Beschäftigten mehrerer hessischer Stadtverwaltungen bringen es auf überdurchschnittlich viele Krankheitstage. Zu den Spitzenreitern gehören Gießen mit durchschnittlich fast 31 Tagen, Wiesbaden (29,5 Tage) und Darmstadt (knapp 29), wie eine Umfrage der deutschen Presse-Agentur ergab.
Der Hessische Städtetag kommt in einer eigenen Umfrage bei 166 Kommunen auf etwa 25,4 Krankheitstage – hier sind Wochenenden und Feiertage mitgerechnet. Das waren 0,44 Tage mehr als 2016.

Zum Vergleich: Die bei der AOK in Hessen versicherten Arbeitnehmer waren im Durchschnitt 20,2 Tage krankgeschrieben. „Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 11,4 Tagen“, heißt es bei der AOK.

Bei der Techniker Krankenkasse Hessen waren Berufstätige im Durchschnitt 15,1 Tage krankgeschrieben. „Fast drei Tage davon gehen auf das Konto von Erkrankungen des Muskel- und Skelett-Systems“, berichtet die Krankenkasse. Zweieinhalb Tage entfielen auf psychische Erkrankungen.

Die Angestellten, Arbeiter und Beamte der Stadt GIESSEN indes waren laut der Umfrage der Deutschen Presse-Agentur im vergangenen Jahr im Schnitt 30,76 Tage krank – also etwa sechs Wochen. Einen großen Anteil daran hätten Langzeitkranke, die mehr als 42 Tage ausfielen, teilte die mittelhessische Stadt mit. Weitere Erklärungen: In den Zahlen verbergen sich auch relativ viele Ältere sowie Beschäftigte, die körperlich belastende Arbeiten ausüben.

Der Krankenstand bei den Mitarbeitern in der Landeshauptstadt WIESBADEN (inklusive Eigenbetriebe) belief sich auf durchschnittlich 29,5 Tagen. Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt ist das keine große Veränderung zu den Krankheitstagen der Angestellten und Beamten in den Vorjahren.

In DARMSTADT lagen die Krankentage der städtischen Beschäftigten bei 28,6. Die Krankheitsquote sei innerhalb von zwei Jahren von 7,4 Prozent (2015) auf 7,8 Prozent gestiegen, teilte Daniel Klose aus der städtischen Pressestelle mit. Zu den Gründen könne nichts gesagt werden, weil dem Arbeitgeber die Diagnosen nicht vorlägen, hieß es.

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Und wie sieht es in der Region?

In HANAU waren Beamte im vergangenen Jahr nach Darstellung der Stadt durchschnittlich 27 Arbeitstage krankgeschrieben. Die Langzeiterkrankten herausgerechnet seien es nur elf Tage, teilte Sprecherin Güzin Langner mit. Bei den Tarifbeschäftigten ergaben sich etwas andere Werte: Diese seien 26 Tage im Jahr krank gewesen, ohne chronisch Kranke waren es 16 Tage. Mit dem steigenden Durchschnittsalter – derzeit 47 Jahre – steige auch die Anfälligkeit für Krankheiten, sagte Langner. Vor allem während der Erkältungswelle im Winter und Frühjahr steige der Krankenstand.

In FRANKFURT betrug der Krankenstand bei allen etwa 10 300 Beschäftigten der Stadt zusammen 24,8 Tage. Das seien keine außergewöhnlicher Werte, sagte ein Sprecher der Stadt. In den vergangenen drei Jahren habe die Zahl der Krankentage immer zwischen rund 24 und 26 gelegen. Ein Viertel der Beschäftigten fiel im vergangenen Jahr 43 Tage und mehr aus.

Interessante Zahlen vermeldet OFFENBACH. Denn der Krankenstand der etwa 1150 Mitarbeiter bei der Stadt war hessenweit vergleichsweise gering: Er betrug durchschnittlich etwa 23 Tage, wie Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer mitteilte. Das waren allerdings etwa drei mehr als im Jahr zuvor. (dpa)

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