Stadtcafé belebt Kulturkarree

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Noch wird kräftig gewerkelt: Das neue Stadtcafé im Frieda-Rudolph-Haus und die dazugehörige Freiterrasse werden bis zur Einweihung am Freitag, 3. Juli, fertiggestellt sein, doch mit dem Anbau für die Sanitäranlagen am rückwärtigen Gebäudeteil dauert es noch eine Weile.

Offenbach - Ein neues Stadtcafé mitten im Park belebt ab Freitag, 3. Juli, die Innenstadt und das Kulturkarree: Die Werkstätten Hainbachtal gGmbH baut aus dem Mitte der 50er Jahre errichteten Frieda-Rudolph-Haus am Lilipark einen Gastronomiebetrieb, der acht Menschen mit Behinderungen in den Alltag integrieren wird. Von Thomas Meier

Das Café am Linsenberg 10 bietet innen 80 und außen rund 100 Plätze. Geöffnet ist es Montag bis Freitag von 9.30 bis 21 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Das in den 50er-Jahren entstandene Frieda-Rudolph-Haus wurde von Offenbacher Bürgern durch Spenden finanziert. Es diente seit seiner Eröffnung 1957 als Begegnungsstätte vor allem für Senioren und wurde zudem als Veranstaltungsort genutzt, galt aber in den vergangenen Jahren nicht mehr als ausgelastet. Die Werkstätten Hainbachtal als gemeinnützige Gesellschaft zur Beschäftigung und Integration von behinderten Menschen und ihr Gesellschafter, der AWO-Kreisverband Offenbach-Stadt, beabsichtigen, das Frieda-Rudolph-Haus auch weiterhin für soziale Zwecke offen zu erhalten, wollen es aber aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Dafür erfuhr das Haus eine grundlegende Sanierung, die allerdings baulich den Charakter nach außen beibehielt. Besonders wichtig ist der Anbau für neue Sanitäranlagen, die jedoch bis zum Eröffnungstermin noch nicht fertiggestellt sein werden. Die Außen-Toiletten sollen auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können, insbesondere von Familien, die den Spielplatz im Büsingpark besuchen, oder auch von Gästen des Mainufer- oder des Lichterfestes.

Die Gesamtsanierung kostet rund 400 000 Euro. Für Ausstattung wie Möbel und Einrichtung wurden rund 80 000 Euro ausgegeben. Bei einem Investitionskostenzuschuss der Stadt Offenbach von 100 000 Euro und einem Beitrag der AWO in Höhe von 50 000 Euro bringen die Werkstätten Hainbachtal noch Investitionskosten von 320 000 Euro auf.

Das „Stadtcafé im Frieda-Rudolph-Haus“ - so der vollständige Name des neuen Betriebs - ist eine Dependance des Waldcafés Hainbachtal. Es soll mit dem gleichen ausgeprägten Service- und Qualitätsbewusstsein geführt werden, erklärt Werkstätten-Geschäftsführer Hans-Joachim Ücker. So wird auch eine identische Standard- und Mittagskarte aufgelegt, die abwechslungsreiche Gerichte bietet.

Die ruhig gelegene Parkterrasse verspricht ein umsatzstarkes Sommergeschäft, in dem das Kaffee- und vor allem das hausgemachte Kuchenangebot punkten soll. Der Kuchen stammt aus der gerade sanierten Küche des Waldcafés.

Bewirtung und Veranstaltungsmanagement erfordern professionelle Mitarbeiter. Es werden ausgebildete und fachlich versierte Küchenkräfte sowie eine erfahrene Servicekraft eingesetzt. Die acht behinderten Mitarbeiter werden für ihre Arbeit in der Gastronomie besonders geschult.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass den seitherigen Nutzern des Rudolph-Hauses auch das Stadtcafé fürderhin offen steht“, sagt Rudi Schell von den Werkstätten. Neben der Gastronomie werde eine Anlaufstelle für Beratungen und ambulante Dienste wie Hausnotruf oder Essen auf Rädern eingerichtet. Damit kämen die AWO-Angebote stärker in die Stadt hinein, denn das Gelände im Hainbachtal sei gerade im Winter für ältere Menschen schwer erreichbar.

Am Freitag, 3. Juli, soll ab 17 Uhr Einweihung gefeiert werden. Der Musikverein Eintracht spielt auf, ein Bouleturnier für Rollstuhlfahrer wird ausgerichtet, und die drei ehemaligen Betreiberinnen des Frieda-Rudolph-Hauses, Annamaria Geyer, Anni Petry und Leni Merz, werden ins bunte Eröffnungsprogramm mit eingebunden.

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