CDU übt Kritik, im Rathaus hält man dagegen

Stadthof: Schandfleck oder attraktiver Platz?

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Offenbach - „Fehlplanungen, Vandalismus und Verschmutzung“ sieht die CDU auf dem runderneuerten Stadthof. In einer Anfrage an den Magistrat bezeichnet die Stadtverordnete Brigitte Stathakis das Areal als einen „Schandfleck mitten in der Fußgängerzone“.

Sie will wissen, was die Stadt dagegen zu tun gedenkt. Ihre Kritik: Erst im April sei der mit Millionenaufwand sanierte Platz nach zweijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben worden. Doch bereits drei Monate später seien massive Schäden festzustellen. Besonders empört Brigitte Stathakis, dass bei einer Demonstration von Verdi im Juni die Bodenplatten mit politischen Parolen besprüht wurden. Das sei Vandalismus pur. Stathakis fragt, wann die Platten gereinigt werden und wer die Kosten trägt. Als grobe Fehlplanung sieht es die CDU-Politikerin an, dass keine Versorgungsleitungen unter dem Platz installiert wurden, um bei Stadtfesten auf die Stolperfallen verzichten zu können. Zudem stelle die Stufe zwischen BB-Bank und Café ebenfalls eine Stolperfalle dar.

Weiterhin bemängelt die Unionsstadtverordnete, dass zu wenig Fahrradständer auf dem Stadthof installiert seien und dass sich kurz nach Fertigstellung Risse in den Bodenplatten gezeigt hätten. Schließlich fragt Stathakis nach der Kontrolle der Wasserqualität am neu errichteten Brunnen, den Kinder und Erwachsene gern zum Erfrischen nutzten.

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Stadtsprecher Matthias Müller kann die Kritik der Union nicht nachvollziehen: Dank der Sanierung der darunterliegenden Tiefgarage habe der Stadthof eine städtebauliche Aufwertung erfahren. Diese sei nicht nur gestalterisch gelungen, sondern werde von der Bevölkerung gut angenommen. Die auf das Pflaster aufgesprühten Parolen lösen sich laut Müller aufgrund ausbleibender Regenfälle nicht überall von allein. Ob eine kostenpflichtige Sonderreinigung notwendig sei, werde derzeit geprüft. Über die Ursachen der Risse in den Bodenplatten habe die Stadt ausführlich berichtet. Sie seien letztlich physikalisch bedingt und wären nur durch einen kompletten Neubau der Tiefgarage und einen dann möglichen anderen Tiefgaragen-Aufbau zu vermeiden gewesen.

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Was die Versorgungsleitungen angeht, weist Müller darauf hin, dass unterirdisch zentrale Versorgungsstationen installiert worden seien. Nur die letzten Meter verliefen je nach den Bedürfnissen der Festbeschicker oberirdisch. Die Stufe in Höhe des Rathaus-Cafés, so Müller weiter, sei der Erhaltung der Bäume geschuldet. Bei der Bauausführung habe sich herausgestellt, dass die Wurzeln wesentlich oberflächennäher verliefen als absehbar. Daraufhin sei ein Aufbau gewählt worden, der die Wurzeln schütze. Der Preis dafür sei die gut markierte Stufe. Bei den Wassertischen handele es sich um eine Attraktivitätssteigerung des Platzes und um ein Angebot an die Nutzer, sich im Sommer zu erfrischen. Es sei allerdings kein Trinkwasser, so Matthias Müller.

mad

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