Stadthof-Umbau

Wenigstens Etat-Ansatz eingehalten

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Hier hat unser Fotograf Bernd Georg die sogenannten Wassertische noch unbenutzt festgehalten. Sie bilden das Herzstück des neuen Stadthofs und laden zu jeder Tageszeit dazu ein, es sich auf einer der Sitzbänke bequem zu machen.

Offenbach - Wasser im Parkhaus, Risse in den Bodenplatten: Der Stadthof-Umbau, Begleitprojekt zur Garagensanierung, lief alles andere als glatt. Die offizielle Eröffnung folgt in der nächsten Woche. Von Martin Kuhn

Einst Hinterhof der isenburgischen Fürstenresidenz, später Schulstandort und Feuerwehrdomizil, seit 1971 Sitz der Stadtverwaltung: Der Stadthof blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Immer wieder umgestaltet und verjüngt, ist der Platz an der Südseite des Rathauses in den vergangenen eineinhalb Jahren einer umfangreichen Sanierung unterzogen worden. Die hat sich allerdings zeitlich stark verzögert hat. Die logistisch komplexe Umgestaltung des gut 5500 Quadratmeter großen Stadthofs wurde im Juni 2013 beschlossen – im Zuge der notwendigen Sanierung der Rathaus-Tiefgarage. Zu den Zielen zählte etwa, attraktivere Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen und die Bäume zu erhalten. Die Idee, einen oder beide Pavillons zu schleifen, fand keine Mehrheit – auch aus Kostengründen.

Was die Entscheidung für einen ästhetischen Eingriff zumindest erleichterte: Der Stadthof wirkte stark „in die Jahre gekommen“, wie ein gestalterischer Flickenteppich an zentraler Stelle. An der uneinheitlichen Färbung des Pflasters ließen sich unterschiedliche Bauphasen der Vergangenheit erahnen. Gleichzeitig wurde die Umgestaltung auf größtmögliche Barrierefreiheit ausgerichtet. Diverse Elemente sind farblich an den Platz angepasst und in Abstimmung mit dem Offenbacher Blinden- und Sehbehindertenbund festgelegt. Bei Einbauten sowie Stufen wurde Wert auf eine gut erkennbare, kontrastreiche und gleichzeitig gestalterisch passende Ausführung gelegt. Ein Kernproblem bei dem ambitionierten Projekt waren sogenannte Spannungsrisse, hevorgerufen durch die „gebundene Bauweise“, bei der die Platten fest auf der Garagendecke verklebt werden. Bei der ungebundenen Variante hätten die Kräfte zu sehr nach unten gedrückt, was der erst im vergangenen Dezember sanierten Tiefgarage geschadet hätte. Schon im Vorfeld hatte ein Sachverständiger auf das Risiko hingewiesen.

Bierfest auf dem Stadthof (Archiv)

Bierfest auf dem Stadthof

„Eine ideale Lösung gab es nicht, also haben wir versucht, den besten Weg zu finden“, hieß es damals aus der Bauverwaltung. Tenor: „Es hätte also schlimmer kommen können.“ Gegenwärtig steht dort noch ein provisorisches Schild, das Fahrzeugen mit mehr als 12 Tonnen Gesamtgewicht das Befahren des Fußgängerbereichs untersagt. Obwohl sich die Fertigstellung am Stadthof aufgrund der speziellen Herausforderungen, dazu zählt die Erhaltung von Bäumen, verzögerte, wurden die vorgesehenen Kosten von gut 2,7 Millionen Euro eingehalten. Gefördert wurde die Maßnahme vom Land Hessen aus Mitteln für „Aktive Kernbereiche“.

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