Parlament erfüllt jahrelange FDP-Forderung und beschließt:

Werbung für Offenbach soll gebündelt werden

Offenbach - Die drei von der FDP-Fraktion konnten es kaum fassen: Nach jahrelangen erfolglosen Versuchen gab es am Donnerstagabend im Stadtparlament endlich eine Mehrheit für ihre Forderung nach einem neuen Konzept fürs Standort- und Stadtmarketing. Von Matthias Dahmer 

Geschuldet war der überraschende Schulterschluss, den nur die Linken verweigerten, aber eher zwei Faktoren, die mit der Überzeugungskraft der Liberalen wenig zu tun haben – dem laufenden Kommunalwahlkampf sowie der Tatsache, dass im Rathaus längst Überlegungen angestellt werden, bei der Werbung für Offenbach die Kräfte zu bündeln. Aber der Reihe nach: FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck begründete den erneuten Vorstoß damit, dass Standortmarketing, Wirtschaftsförderung und Stadtkommunikation und damit auch die durchaus vorhandenen finanziellen Mittel derzeit an verschiedenen Stellen in Verwaltung und Stadtkonzern verteilt seien. Man benötige jedoch ein Stadt- und Standortmarketing aus einem Guss, so Stirböck. Daran habe es in der Vergangenheit immer wieder gemangelt. Dies werde deutlich, wenn einmal die Stadt als „Leder- und Wetterstadt“ und an anderen Stellen als Kreativstadt des Designs und der Gestaltung vermarktet werde.

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schneider und Edmund Flößer (Grüne) wollten bei einem neuen Konzept den Schwerpunkt nicht allein auf den Wirtschaftsstandort gelegt wissen. Es gehe auch um Elemente wie Lebenqualität und Freiflächen, die im Masterplan nicht im Vordergrund stünden, so Schneider. „Ruhe ist mehr so, wenn man den Mund hält“ (Parlamentschefin Nöller bittet um einen geringeren Geräuschpegel). Zudem müsse die Stadt gegenüber den städtischen Gesellschaften wieder mehr herausgestellt werden.

Die CDU hatte dagegen eher den Wirtschaftsstandort im Blick: „Das Konzept muss mehr sein als das 35. Logo oder ein neues Label“, forderte Frontmann Peter Freier. Insbesondere gelte es, die Wirtschaftsförderung zu stärken und sie mit mehr Finanzmitteln auszustatten. Genüsslich merkte Freier angesichts der Zustimmung der Koalition an: „Erstaunlich, was kurz vor einem Wahltermin alles möglich ist.“

Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) begrüßte ausdrücklich die „Einvernehmlichkeit“. Es gehöre auch bei diesem Thema immer wieder mal hingeschaut, ob Veränderungen nötig seien. „Sie sehen mich aber ganz ruhig bei dem Anliegen“, so Schneider. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Presseamtsleiters und OSG-Geschäftsführers Matthias Müller seien ohnehin Veränderungen geplant, man sei dabei, die Organisationsformen zu überdenken und ein neues Konzept anzuleiern, verriet der OB.

Zugleich warnte er davor, sich an an einem neuen Konzept gleich zu berauschen. Offenbach sei Schutzschirmstadt und habe ein wesentlich kleineres Budget fürs Stadtmarketing als vergleichbare Städte. Den Einwand wollte Peter Freier indes nicht gelten lassen. Das Grundkonzept könne von Stadt und Stadtwerken durchaus selbst erstellt werden, das habe mit Kosten und mit dem Schutzschirm nichts zu tun.

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