Pläne für Vitopia bekräftigt

Stadtquartier am Kaiserlei soll 2023 stehen

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Der Vitopia Campus Kaiserlei soll ein Mix aus Wohnen und Gewerbe werden. Prägend sind die ehemaligen KWU-Hochhäuser, in denen Apartments entstehen. Eine der beiden Immobilien (links) wird aus architektonischen Gründen eingeschnitten.

Offenbach - Um Gerüchten vorzubeugen, der Bau eines neuen Stadtquartiers rund um die ehemaligen KWU-Hochhäuser am Kaiserlei sei ins Stocken geraten, hat Investor Christoph Gröner am Donnerstagabend im Bauausschuss das modifizierte Projekt noch einmal vorgestellt. Er versicherte: es läuft. Von Matthias Dahmer

Die beinahe einstündige Präsentation des Vorstandsvorsitzenden der Berliner CG-Gruppe AG, der die Begabung hat, andere Menschen für sich einzunehmen, schien die Ausschussmitglieder am Ende überzeugt zu haben. Derzeit prägen noch die beiden schon seit Monaten entkernten ehemaligen KWU-Hochhäuser das künftige Stadtquartier. „Diese Gerippe sind derzeit in aller Munde. und wir wollen Gerüchten vorbeugen, mit dem Projekt geht es nicht weiter“, begründete Baudezernent Paul-Gerhard Weiß die Einladung Gröners, der republikweit Stadtquartiere hochzieht. Gröner ließ sich nicht lange bitten und skizzierte im Verlauf seines Vortrags ein neues Viertel, das – so es denn in dieser Form verwirklicht wird – eine immense Aufwertung des Kaiserlei bedeutet.

Christoph Gröner

Der Projektentwickler hat das 44.600 Quadratmeter große Areal zwischen Berliner und Strahlenbergerstraße, Goethering und Kreisel 2013 dem Versicherungskonzern Allianz abgekauft. Bis 2023 sollen im Vitopia Campus Kaiserlei, so der offizielle Titel, unter anderem mehr als 800 Wohnungen, Gewerbe, ein Hotel, eine Kindertagesstätte und ein auch für den Schulsport nutzbares kleines Schwimmbad entstehen. Unter dem gesamten Baufeld will Gröner eine schon genehmigte Geothermieanlage errichten, seinen Angaben zufolge wird es die größte private Anlage in Deutschland sein. Der Investor widersprach dem Einruck, auf der Baustelle werde derzeit nicht gearbeitet. Nach der Entkernung sei man vor allem in den Gebäuden tätig.

Unter anderem ist folgendes geplant: Das 19-geschossige, kleinere Hochhaus direkt an der „Berliner“ wird aus architektonischen Gründen über dem sechsten Geschoss mittig eingeschnitten, so dass sich darüber zwei separate Türme erheben. Der zweite ehemalige Büroturm mit seinen 22 Stockwerken erhält einen Anbau.

Gemäß dem städtebaulichen Vertrag entstehen allein in den beiden Türmen mehr als 730 Apartments, die zwischen 45 und 50 Quadratmeter groß sind. Hinzu kommen dort 7450 Quadratmeter variable Gewerbeflächen. Um sie herum gruppieren sich flachere Wohngebäude mit jeweils sechs Geschossen, in denen weitere mehr als 100 Mietwohnungen vorgesehen sind, etwa 30 davon werden öffentlich gefördert sein. Die Apartments in den Türmen sollen trotz großer Nachfrage, so Gröner, nur zur Hälfte an Unternehmen vermietet werden, die dort ihr Mitarbeiter auf Zeit unterbringen. Die andere Hälfte gehe an private Mieter.

Bildergalerie: Offenbach damals und heute

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Ein Hallenbad mit einem 25 Meter langen und neun Meter breiten Becken samt variablem Boden soll auch fürs Schulschwimmen nutzbar sein. Das derzeitige Best Western Macrander Hotel an der Strahlenbergerstraße will Gröner in Richtung des ehemaligen Kreisels umsiedeln. Hinter seiner futuristisch anmutenden Fassade soll auch ein angrenzendes Parkhaus mit 170 Stellplätzen Platz finden. Weitere 370 Parkplätze sind in einer Tiefgarage vorgesehen. Das Parkhaus werde eine Deckenhöhe von drei Metern haben, so könne man bei möglicherweise rückläufigen Autoverkehr in einigen Jahrzehnten die Flächen in Büroraum umwandeln, blickte der Investor voraus.

Bei der Finanzierung des Großprojekts fährt der Bauherr mehrgleisig: Die beiden Türme sind für rund 200 Millionen Euro bereits an die Bayerische Versorgungskammer verkauft. Der Kaufpreis wird je nach Baufortschritt entrichtet, erläuterte Gröner. Um die spätere Hausverwaltung kümmere sich dann eines seiner Unternehmen. Die übrigen Immobilien des neuen Stadtquartiers würden über regionale Sparkassen finanziert. Was die Gewerbeflächen angeht, schloss Gröner nicht aus, sie einige Jahre im Bestand zu halten. Das komme auf die Entwicklung des Marktes an. Auch das Hallenbad samt Fitnesscenter soll zunächst unter den Fittichen seiner Unternehmensgruppe betrieben werden.

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