Benefizkochabend

Ein Abend der Gewinner

Von Vorspeise bis Nachtisch: Francisco Caballero und Gisela Sackmann verwöhnten die Gäste im Stadtteilbüro Nordend mit mexikanischen Köstlichkeiten.  (c)Foto: Georg Während die deutsche Elf ins WM-Finale einzog, erlebten rund zwei Dutzend Gäste im Stadtteilbüro Nordend zudem Genüsse kulinarischer Art: Beim Benefizkochabend gab es Spezialitäten aus Mexiko.

Offenbach - Die mexikanische Küche ist ein Fest für die Sinne, farbenfroh und voller Kontraste. Sie ist wie das Land selbst, bunt, scharf und lebenslustig. Von Harald H. Richter

Aztekische Traditionen und die Essgewohnheiten spanischer Eroberer vermischen sich zu einem Potpourri kulinarischer Köstlichkeiten. Darauf sind knapp zwei Dutzend Gäste gespannt, die sich im Stadtteilbüro Nordend eingefunden haben und neugierig Richtung Küchenzeile schauen, um einen Blick zu erhaschen von dem, was ihnen Francisco Caballero und an seiner Seite die gebürtige Peruanerin Gisela Sackmann auftischen.

Caballero lebt fast 19 Jahre in Deutschland, seit 2008 in Offenbach. In Frankfurt arbeitet er als Restaurantkoch. „Gern möchte ich mich mit einem kleinen Lokal selbstständig machen“, verrät er, während er flache Maisfladen in Öl taucht, um anschließend darin eine herzhafte Rinderhackfüllung einzurollen. „Was für Asiaten der Reis ist Mexikanern der Mais“ lautet ein geflügeltes Wort. Also wundert es nicht, dass Caballero die in seiner Heimat so beliebten Tacos, die nicht mit spanischen Tortillas zu verwechseln sind, als Vorspeise ausgewählt hat. Stets zwei Maisfladenröllchen steckt er mittels Zahnstocher zusammen, um sie in siedend heißes Öl zu tauchen. „Weniger als zwei Minuten reichen aus, um sie schön knusprig werden zu lassen“, sagt der Meister an der Herdplatte.

Mix aus grünen Salatstreifen und gewürfelten Tomaten

Die Flautas, die sich wegen ihrer zusammengerollten Form am ehesten mit Flöten übersetzen lassen, serviert er mit einem Mix aus grünen Salatstreifen und gewürfelten Tomaten, gibt Avocadosoße und normalerweise mexikanischen Frischkäse obendrauf. Letztere Zutat ließ sich nicht beibringen, und so erfüllt grob geriebener Feta den Zweck. Unterdessen hat Gisela Sackmann, die im Krankenpflegedienst tätig ist, aber mit der gleichen Passion wie Caballero kocht, alles fürs scharfgewürzte Hauptgericht vorbereitet. Auf der Menükarte ist Pollo al chipotle vermerkt, was so viel bedeutet wie Hähnchenbrust nach geräucherter Peperoni-Art. Dazu werden Calabacitas con elote gereicht, das sind Zucchini mit Mais und Koriander. Auch das Dessert kommt einem gefällig über die Lippen und schmeichelt dem Gaumen: Flan de caramelo con pina e coco, ein Pudding mit Ananas und Kokos.

Für Claudia Peisert bedeuten solche Tafelfreuden eine kulinarische Wiederbegegnung mit ihrer Heimat, die sie vor zwölf Jahren verließ. Inzwischen ist sie mit einem Deutschen verheiratet. Sie wirkt im Vorstand des seit 1995 in Frankfurt ansässigen Deutsch-Mexikanischen Kulturkreises und leitet zugleich die voriges Jahr daraus hervorgegangene Tanz- und Gesangsschule Tiamamali.

Suppenabend voller Erfolg in Heusenstamm

Suppenabend voller Erfolg

Gern ist Peisert mit Vertreterinnen des Folklorevereins der Einladung zum Benefizkochabend gefolgt. „Wir pflegen den Volkstanz und bringen ihn Kindern wie Erwachsenen nahe“, erläutert sie. Die Musik dieses lateinamerikanischen Landes gilt als vielfältig und ist sogar weltweit bekannt. „Deshalb bieten wir auch Gesangsunterricht an und haben dafür die Sängerin Lorena Villatoro gewinnen können“, wirbt Peisert. Einen Eindruck von seiner Traditionspflege hat der Kulturkreis dem Offenbacher Publikum kürzlich mit einem Auftritt beim Stadtteilfest auf dem Mathildenplatz vermitteln können.

Während in der Küche letzte Handgriffe getätigt werden, reichen die Organisatoren Patrik Erni und Michael Kraft vom Stadtteilbüro Getränke. „Ein vollmundiger Rotwein gehört einfach dazu“, freut sich ein Gast. Nicht fehlen darf der aus den blauen Agaven gewonnene Brand aus Mexiko, weltweit als Tequila bekannt. Damit lässt sich auf einen Benefizkochabend anstoßen, der nur Gewinner kennt: Zufriedene Gäste, die sich vortrefflich haben bewirten lassen, der mit 170 Euro begünstigte Deutsch-Mexikanische Kulturkreis und freudetrunkene Fußballfans, die vorm aufgestellten Fernseher einen grandios erspielten Einzug der deutschen Elf ins WM-Finale miterleben durften.

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