Stadtwerke specken ab

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Städtische Vorgabe für SOH-Chef Peter Walther: Drei Millionen Euro Ausschüttung pro Jahr.

Offenbach - Was schon länger als Konzept gehandelt wurde und mit EEG/GBM-Geschäftsführer Reinhard Hantl sein erstes Opfer fand, ist seit gestern offiziell: Um angepeilte Einsparungen erzielen zu können, wird die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) umstrukturiert.

Wesentliche Änderung sei die Aufspaltung in die Sparten Planung/Bau und Betrieb, heißt es in einer Mitteilung der SOH. Damit gehe eine strikte Aufgabenteilung in Projektentwicklung und Bestandbewirtschaftung einher, die sich in nur noch zwei Geschäftsgebieten abbilde. In der Einheit „A“ sind künftig die Standortentwicklung sowie die Projektleitungs- und Projektsteuerungsaufgaben inklusive des Neubaus und der Bestandssanierung von kommunalen Immobilien (EEG/Ingenieurbereich und OPG) zusammengefasst. Diese Einheit soll künftig einheitliche Schnittstelle zum Hauptauftraggeber Stadt in allen Standortfragen sein, was den Abstimmungsprozess vereinfacht.

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In Einheit „B“ finden sich wider die Bestandsbewirtschaftung für eigene und kommunale Immobilien sowie die Wohnungsbewirtschaftung inklusive Wohnungsneubau für den Eigenbestand (GBO, EEG/Facilitymanagement und GBM). Die Neustrukturierung im Management der immobilienbezogenen Aufgaben der SOH-Gruppe berge ein Einsparpotenzial in Sach- und Personalkosten von rund 350.000 Euro pro Jahr, heißt es. Dabei wird davon ausgegangen, dass keine betriebsbedingten Kündigungen erforderlich sind. Vielmehr soll Personal im Zuge der natürlichen Fluktuation reduziert werden.

Der Stadtwerke-Aufsichtsrat hat gestern der Gesellschafterversammlung, das heißt dem Magistrat, die Umstrukturierung empfohlen. Vorbehaltlich dessen Zustimmung am nächsten Mittwoch soll das Konzept umgehend greifen. Für die Umsetzung des Vorschlags seien keine gesellschaftsrechtlichen Änderungen wie Auflösung von Gesellschaften oder Änderung von Gesellschaftsverträgen notwendig.

Im Zuge ihres Konsolidierungskurses hatten die Stadtwerke bereits vor zwei Jahren eine Analyse des Geschäftsfelds Standortentwicklung und Immobilienmanagement begonnen. Neun von 18 Beteiligungen der Unternehmensgruppe mit zusammen rund 250 Beschäftigten arbeiten auf diesem Gebiet.

Eine zunächst intern erarbeitete Analyse mit dem Arbeitstitel „Convenio“, die unter Einbeziehung einer Expertengruppe der betreffenden Gesellschaften sowie der jeweiligen Geschäftsführer konzipiert wurde, verpuffte, weil sich die Geschäftsführer nicht auf ein Organisationsmodell einigen konnten. Immerhin: „Die Annahme, dass es Verbesserungsbedarf der vielgliedrigen, historisch gewachsenen Struktur im Geschäftsfeld gibt, wurde von allen Beteiligten geteilt“, heißt es in der Mitteilung.

Aus diesem Grund hatte die SOH-Geschäftsführung im Sommer 2012 die Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers, die bereits in anderen Städten ähnliche Projekte umgesetzt hat, beauftragt, ein geeignetes Modell zu erarbeiten. Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt und der im Zuge des Schutzschirms vorgesehenen jährlichen Ausschüttung von drei Millionen Euro durch die Stadtwerke, bestehe nicht nur die inhaltliche, sondern auch eine zeitliche Notwendigkeit, das Geschäftsfeld schnellstmöglich umzustrukturieren und die Kosten in Höhe von 350.000 Euro pro Jahr zu reduzieren. 

(mad)

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