SOH blutet für Schutzschirm

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Offenbach - Mit einer Ausschüttung von jährlich drei Millionen Euro bis zum Jahr 2022 muss die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) ihren Beitrag dazu leisten, dass die Stadt die Bedingungen des vom Land aufgespannten kommunalen Schutzschirms erfüllt. Von Matthias Dahmer

Eine entsprechende Anweisung hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Das Geld soll durch „eine Fülle von Maßnahmen“ zusammenkommen, zu denen sowohl Einsparungen als auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder gehören, erläutert gestern SOH-Chef Peter Walther.

Als Beispiel für eine Reduzierung der Kosten nennt er an erster Stelle einen zunächst für ein Jahr geltenden Einstellungsstopp auf der Verwaltungsebene der gesamten Unternehmensgruppe. Es werde aber weder betriebsbedingte Kündigungen geben, noch würden bestehende Arbeitsverträge geändert. Walther: „Wir müssen einfach schauen, wo noch was geht. Die Kunst wird sein, dass jedes Unternehmen seinen Beitrag leistet.“

Weiteres Einsparpotenzial

Weiteres Einsparpotenzial, auf das die SOH als Auftragnehmer der Stadt nur mittelbar in Form eines Vorschlags Einfluss habe, sieht der SOH-Geschäftsführer etwa bei der Überlegung, wie oft die SOH-Tochter GBM die Wände in den Schulen der Stadt streicht. „Da könnten mehrere 100.000 Euro im Jahr gespart werden“, sagt Walther.

Was den Ausbau bestehender oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder angeht, kann er sich vorstellen, dass der ESO seinen „äußerst lukrativen“ Krematoriums-Betrieb ausweitet. Schon jetzt würden – bei 600 bis 800 Sterbfällen in der Stadt pro Jahr – bis zu 8000 Verstorbene in Offenbach eingeäschert.

Weiteres Beispiel für einen möglichen Gewinnbringer ist für Peter Walther die Elektromobilität. Bei dem Thema habe man sich bislang im Wesentlichen darauf beschränkt, es mittels öffentlicher Förderung bekannt zu machen. Da es Wille der Politik sei, die Aktivitäten in Sachen Elektromobilität in Offenbach zu halten, müsse nun darüber nachgedacht werden, wie daraus ein Geschäftsfeld gemacht werden könne.

Gelingen der jährlichen Ausschüttung

Wesentlicher Baustein fürs Gelingen der jährlichen Ausschüttung ist für Walther auch die Entwicklung der unter SOH-Regie stehenden Bauprojekte. Lob hat der Stadtwerke Chef dabei vor allem für den Hafen, wo alles laufe wie geplant. Hoffen kann er dagegen nur beim vom Land geplanten Neubau des Polizeipräsidiums auf dem längst dafür freigeräumten Buchhügel. Bislang habe die SOH dafür zehn Millionen Euro vorfinanziert und „jeder Monat Verzögerung kostet uns Geld“, so Walther. Er hofft, das noch vor der Landtagswahl eine Entscheidung für der Neubau fällt und das Land seine Option zieht.

Ohne dieses Paket von Maßnahmen, stellt der SOH-Geschäftsführer klar, seien die verordneten drei Millionen Euro pro Jahr nicht zu schaffen. Denn gemäß dem bisherigen Fünf-Jahres-Plan sei vorgesehen, dass die SOH-Unternehmensgruppe jährlich zwischen 1,7 und 2 Millionen Euro verdient.

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