Modellregion Elektromobilität in Offenbach

Hoffen auf die nächste Förderphase

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Offenbach - Hessens Herz der Elektromobilität schlägt in Offenbach. Seit 2009 ist bei der Stadtwerke Offenbach Holding die Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität angesiedelt. Von Matthias Dahmer

Mit Fördermitteln des Bundes in Höhe von 17,4 Millionen Euro laufen derzeit insgesamt elf Projekte zur Erprobung der neuen Technologie. Rechnet man den Beitrag der Projektteilnehmer hinzu, beträgt das Gesamtvolumen der Vorhaben mehr als 30 Millionen Euro. Schwerpunkte sind die Integration von Elektrofahrzeugen in die Fuhrparks von Unternehmen und Kommunen sowie der Aufbau einer emissionsarmen Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen.

Die aktuelle Förderung läuft bis Ende 2016. Wie es danach weitergeht ist offen. Anja Georgi, Leiterin der Projektleitstelle, hofft, dass Offenbach wieder mit dabei ist, wenn über eine neue, noch zu beschließende Förderrichtlinie, deren Inhalte auf der Fachkonferenz in Offenbach vorgestellt werden, frisches Geld in den weiteren Ausbau der Elektromobilität gepumpt wird.

Auch wenn Anja Georgi vom „Blick in die Glaskugel“ spricht – an interessanten Ideen mangelt es dem Team von der Leitstelle nicht. So ist angedacht, der an ihre Kapazitätsgrenzen gelangten E-Mobil-Station am Offenbacher Marktplatz, wo Fahrräder und Autos ausgeliehen werden können, weitere Stationen etwa im neuen Hafenviertel hinzuzufügen. „An den Standorten wäre dann eine Kombination aus Car-Sharing und öffentlicher Ladestation für Autos sowie die Ausleihe von Fahrrädern möglich“, erläutert Georgi.

Auf Grundlage der neuen Förderung müsse man aber zunächst schauen, ob die Stadt Offenbach, die einen Teil der Kosten zu tragen habe, sich das leisten könne. Georgi: „Wenn das gewährleistet ist, werden wir einen Antrag stellen.“ Mit Blick auf die Kritiker des elektromobilen Engagements der Pleitekommune Offenbach macht Georgis Stellvertreterin Janine Mielzarek diese Rechnung auf: Die Elektromobilität koste pro Einwohner und Jahr. weniger als einen Euro.

Bundesweite Fachkonferenz nach Offenbach geholt

Stolz ist man in der Leitstelle darauf, die bundesweite Fachkonferenz nach Offenbach geholt zu haben. „Das zeigt, dass unsere Arbeit in Berlin anerkannt wird.“ Während in der ersten Förderphase von 2009 bis 2012 zunächst einmal ausgelotet wurde, was an Elektromobilität im Straßenverkehr möglich ist (unter anderem wurden Elektrobusse im ÖPNV und Hybridschienenfahrzeuge erprobt), konzentriert man sich, basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen, in der laufenden zweiten Stufe der Förderung auf Flottenlösungen für Firmen und kommunale Einrichtungen, Car-Sharing-Angebote, das Einbinden von Elektromobilität in Mobilitätsketten sowie die Begleitforschung dazu.

So läuft beispielsweise bei der Adam Opel AG ein allgemeiner Praxistest für E-Fahrzeuge mit verlängerter Reichweite, geht es in Nordhessen um die Entwicklung intermodaler Elektro-Mobilitätsangebote für Besucher von Freizeitzielen und Großveranstaltungen. In Offenbach wurde unter dem Titel „e-Mio“ (siehe Artikel unten) erfolgreich das Vorhaben angeschoben, Unternehmen für die Technologie zu gewinnen. Dem erklärten Ziel, bis Mitte des Jahres 40 Stromer (Pkw und Transporter) an den Mann beziehungsweise die Unternehmen zu bringen, ist man schon ziemlich nah: In 28 Firmen rollen bereits 30 der lautlosen Fahrzeuge. Besonders gut komme bei dem Leasing-Modell an, so Leitstellen-Chefin Georgi, dass ein Gesamtpaket angeboten werde, welches vom Versicherungsschutz bis hin zum Reifenwechsel alles beinhalte. Flankierend dazu kümmern sich in der Begleitforschung Fachleute um die „Versuchskaninchen“. „Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Befragungen der Nutzer“, sagt Janine Mielzarek.

Das erklärte Ziel des Bundes, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen kommentiert Anja Georgi kurz und knapp: „Sportlich“.

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