Ein Standort mit hohem „Klumpenfaktor“

Offenbach - (mad) „Gedämpfter Optimismus“. Am Abend der Bundestagswahl kamen Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) solche Worte verständlicherweise nicht über die Lippen. Gestern schon.

Anlass war die Vorstellung des städtischen Flächenreports, der Offenbach bescheinigt, zumindest bei der Vermarktung von Gewerbeimmobilien und -arealen knapp an der Wirtschaftskrise vorbeigeschrammt zu sein.

Wir haben nicht die befürchteten Zuwächse an Leerständen,“ kann denn auch Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger einigermaßen zufrieden bilanzieren. Der Standort Offenbach, das belegen Ambergers Zahlen, ist „gemessen an dem, was wir erwarten konnten“ sogar gut nachgefragt.

Woran es liegt?  Der Mix aus vergleichsweise geringen Mieten, innenstadtnahen und damit auch für Mitarbeiter interessanten Objekten sowie einer attraktiven Verkehrsinfrastruktur macht den Charme Offenbachs aus, findet Amberger. Nicht zuletzt sieht er die Arbeit der Wirtschaftsförderung mit dem bereits Anfang der 90er-Jahre eingeführten City-Management und der Pflege von Kontakten als Garant der Stabilität.

Hinzu kommt, ergänzt der OB, dass beim Einzelhandel der Trend wieder weg von der grünen Wiese zurück in die Städte geht. Verstärkt werde dies durch Einkaufzentren wie das neue KOMM, das weitere Geschäfte anlocke. „Das ist der Klumpenfaktor“, so Schneider. 15000 in den vergangenen Jahren verloren gegangene Quadratmeter Verkaufsfläche, rechnet Jürgen Amberger vor, konnten durch den Einkaufstempel zurück in die Stadt geholt werden.

Auch bei den Ladenflächen geht es aufwärts

Wie drückt sich nun die stabile Lage Offenbachs in Zahlen und Prozenten aus? Bei den Büroflächen auf den ersten Blick gar nicht. Um 3000 Quadratmeter ist dort der Leerstand gestiegen. Das entspricht indes nur einem Anstieg der Leerstandsquote von 9,3 auf 9,6 Prozent. Um es als Erfolg zu verkaufen, muss man vergleichen. Etwa mit den Frankfurter Zahlen. Dort liegt die Quote zwischen 11 und 14 Prozent. Außerdem: Im Vergleichszeitraum 2008 wuchs der Büroflächen-Leerstand in Offenbach um 10000 Quadratmeter. Die meisten verwaisten Büroräume befinden sich nach wir vor in der Innenstadt. Im City-Tower sind noch 14000, im Haus der Wirtschaft 15000 Quadratmeter zu haben.

Bei den freien Lager- und Produktionsflächen geben es die Zahlen sogar her, von einem „neuen Tiefstand“ zu sprechen. Um 4500 auf 16500 Quadratmeter ist die Leere zurückgegangen. Das ist freilich nur dem Umstand zu verdanken, dass die Firma Dematic in Bieber-Waldhof größere Freiflächen in ihren eigenen Objekten wieder selbst nutzt.

Auch bei den Ladenflächen geht es aufwärts, was sich in der Abwärtsbewegung der leer stehenden Quadratmeter ausdrückt. Von 8300 auf 7100 sind diese gefallen. Das ist hauptsächlich auf mehrere kleine Vermietungen im Stadtgebiet sowie ein größere in der Jaques-Offenbach-Straße zurückzuführen.

Von Juli bis September 2009 hatte die Wirtschaftsförderung, die sich um 250 Liegenschaften kümmert, 46 Anfragen. Die meisten betrafen Büroflächen.

Rubriklistenbild: © Georg

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