Standort Offenbach hat Perspektive

Offenbach - Bei der Rettung des „manroland“-Standorts Offenbach wollen Politik und Arbeitnehmervertreter an einem Strang ziehen.

„Nach einem rund eineinhalbstündigen Gespräch im hessischen Wirtschaftsministerium haben die IG Metall, Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sich auf ein gemeinsames Vorgehen und enge Abstimmung bei der Rettung des Standorts Offenbach verständigt“, teilte die IG Metall gestern mit. Unser Redakteur Achim Lederle sprach mit Ersten Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, über die Insolvenz des Offenbacher Traditionskonzerns.

Wie beurteilen Sie das Treffen mit Wirtschaftsminister Dieter Posch?

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Der Wirtschaftsminister hat heute den Ernst der Lage verstanden, es ist fünf vor zwölf für eine Reaktion. Wir hatten bereits mehrfach vergeblich versucht, den Kontakt zu knüpfen, weil wir in Sorge um den Standort waren. Der Insolvenzantrag traf uns jedoch auch völlig überraschend. Bei dem Treffen zeigte sich, dass wir mit Herrn Posch die Einschätzung teilen, dass Offenbach über Technologie-, Fertigungs- und Vertriebskompetenz im Bogendrucksegment verfügt, die eine tragfähige Perspektive für die Fortführung der Produktion bietet. Die Landesregierung muss jedoch jetzt aktiv werden und für notwendige Massekredite bürgen.

Es macht sich Unmut darüber breit, das der Insolvenzantrag in Augsburg gestellt worden ist. Befürchtet wird, das der Standort Offenbach auf der Strecke bleibt. Was sagen Sie dazu?

Wir waren daran interessiert, dass der Insolvenzantrag in Offenbach gestellt wurde, aber es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren nach dem Motto ‘was wäre wenn’. Wir sind an einem Gesamtkonzept interessiert, dass keine Standorte gegeneinander ausspielt. Das ist Position der IG Metall - auch für die gesamte Druckmaschinenbranche. Die IG Metall wird konstruktiv mit dem Insolvenzverwalter zusammenarbeiten.

Für den Bogendruckbereich in Offenbach soll es mehrer Interessenten geben. Wissen Sie davon?

Zu Investoren kann ich nichts sagen. Klar ist aber, dass die Investorensuche relativ schnell erfolgen muss. Die Arbeitnehmervertreter werden für den Standort Offenbach ein Fortführungskonzept erarbeiten. Bereits in den nächsten Tagen wollen Betriebsrat und IG Metall ein solches Konzept vorlegen, das potenziellen Investoren die Vorteile des Standorts Offenbach aufzeigen soll.

Proteste der „manroland“-Mitarbeiter in Offenbach

Proteste der „manroland“-Mitarbeiter

Rubriklistenbild: © dpa

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