„Standort Offenbach ist wichtig“

Offenbach - Die Commerzbank in Offenbach blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück, spürt aber auch noch die Folgen der internationalen Finanzkrise. Von Marc Kuhn

„Die Kunden sind extrem stark auf Sicherheit konzentriert“, sagte Jens Häfker, der bei dem Geldinstitut für Privat- und Geschäftskunden in der Region verantwortlich ist. Die Commerzbank unterhält in Offenbach, Mühlheim, Hanau, Maintal und Gelnhausen acht Filialen. In der Region betreuen 83 Mitarbeiter etwa 53.000 Privat- und Geschäftskunden. In der Stadt Offenbach werden rund 19.000 Kunden von 28 Angestellten beraten.

Bei den Geldanlagen seien Produkte mit hoher Sicherheit gefragt gewesen, erklärte Häfker. Die Kunden hätten vor allem Festzinsanlagen gewählt. Im letzten Quartal 2011 und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres seien etwa 50 Millionen Euro angelegt worden.

Unter dem Sicherheitsaspekt waren im vergangenen Jahr auch Immobilien von Interesse. Baufinanzierungen seien ein großes Thema gewesen, berichtete Häfker. Das Volumen im Neugeschäft habe 2011 fast 53 Millionen Euro betragen. Häfker rechnet damit, dass das Ergebnis in diesem Jahr übertroffen wird. Er verweist darauf, dass die Zinsen bei der Commerzbank bei zehnjähriger Bindung deutlich unter drei Prozent liegen. Darüber hinaus ist nach den Worten von Häfker das Vermögens-Management bei den Kunden beliebt. Je nach Risikoneigung können sie einen bestimmten Betrag ab 1000 Euro anlegen, der von Experten in Aktien, Fonds oder Anleihen investiert wird. „Die Kunden suchen Sicherheit und Profitabilität“, erläuterte Häfker.

Mittelstandsgeschäft der Commerzbank hat profitiert

Von der guten Konjunktur im vergangenen Jahr hat auch das Mittelstandsgeschäft der Commerzbank profitiert. Konkrete Zahlen wollte Klaus Kahlert, Mitglied der Geschäftsleitung für Firmenkunden in Hessen und Aschaffenburg, nicht nennen. In diesem Bereich werden Unternehmen ab einem Umsatz in Höhe von 2,5 Millionen Euro im Jahr betreut. Kahlert sagte, das Geschäftsvolumen sei 2011 um einen zweistelligen Prozentsatz gesteigert worden. Das Kreditvolumen sei um acht Prozent erhöht worden. Die Firmen seien allerdings zurückhaltend, erklärte Kahlert. Bei den kurzfristigen Kreditlinien seien im vergangenen Jahr nur 48 Prozent der zur Verfügung stehenden Gelder nachgefragt worden. Der Mittelstand habe aus der Krise gelernt, berichtete Kahlert. Die Unternehmen wollten unabhängiger von Krediten sein und hätten ihre Eigenkapitalquoten gesteigert. Der Manager fügte hinzu, es gebe keine Kreditklemme. „Wir sind auf der Suche nach Geschäft.“ Die Commerzbank hat in der Region Offenbach fast 800 mittelständische Firmenkunden. Im vergangenen Jahr seien fast 50 Unternehmen dazu gekommen, berichtete Kahlert

Nach der Fusion von Dresdner Bank und Commerzbank wechseln die Mitarbeiter von der Filiale in der Frankfurter Straße in Offenbach Ende Mai in die Räumlichkeiten in der Kaiserstraße, wie Häfker sagte. Es gebe keinen Personalabbau. Die Dependance in der Kaiserstraße wird umgebaut. Dort wird am 20. Juni ein Tag der offenen Tür veranstaltet. „Der Standort Offenbach ist wichtig“, erklärte Häfker. „Wir gehören hierher.“

Rubriklistenbild: © dpa

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