Stars für die Stimmung

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Werden am kommenden Samstag inthronisiert: Prinzessin Carolin I., Comtesse de Dance de Danse de la Ligne, Duchess of Tax-Consulting und ihr Prinz Matthias II., Marquis de Portefeuille, Duke of Accounting.

Offenbach ‐ Im Saal feiert der Offenbacher Karnevalverein (OKV) seinen 75. Geburtstag mit einem klaren Weder-Noch: Weder soll die unter dem Motto „Feuerwerk der guten Laune“ stehende Stadthallen-Veranstaltung ein Aufguss der seligen „Großen Schau des OKV“ sein, noch soll sie bloß eine Verlagerung der Prinzenkrönung aus dem Büsingpalais darstellen. Von Thomas Kirstein

Es ist der Versuch, ein breites Publikum anzusprechen und trotzdem die Tradition eines Karnevalvereins zu pflegen“, sagt Manfred Reißmann. Der Sitzungspräsident der Wikingelfer stellt sein Organisationstalent - Flohmarkt, Dragon-Cup - in den Dienst der Dachvereinigung der Offenbacher Narren und hat das neue Konzept für den Abend des 16. Januar ausgeklügelt. Ihm zur Seite steht neben Günter Werner der langjährige Schau-Regisseur Klaus-Dieter Roos.

Die am kommenden Samstag nach OKV-Hoffnung zahlreich zum Nassen Dreieck an der Waldstraße strömenden Humor- und Stimmungsfreunde erwartet freilich auch Zeremonielles - aber nur kurz und nicht als zentrales Element. Die Krönung des neuen Prinzenpaars Matthias II., mit bürgerlichem Nachnamen (Koffer-)Roth und Carolin I. (geborene Loos) ist die gestraffte Ouvertüre zum Gute-Laune-Feuerwerk.

In der Person von OKV-Chef Manfred Roth ist der Auftakt Sache des Hofmarschalls. Ein Marshall hingegen wird den Übergang von Schau zu Schwoof markieren. Mit seinen Krachern wie „Schöne Maid“ heizt Stimmungssänger Tony Marshall das Volk an, bevor die von seiner Begleitband beschallte Tanzfläche für die große Party freigegeben wird. Bis dahin - so gegen 22.30 Uhr - soll sich seit 20 Uhr schon ausreichend gute Laune breit gemacht haben.

„Der ist der Hammer“

Konzeptionär Reißmann setzt dabei einerseits auf optisch Fastnachtliches: Für den Einmarsch des Prinzenpaars ist er sicher, mit der „Prinzlichen Hofgarde“ aus Ober-Roden einen Knaller verpflichtet zu haben - es tanzen gestandene Herren in Uniform, allesamt Ex-Prinzen aus der südlichen Kreisgemeinde.

Show- und Paartanz bietet die Garde Buchnesia aus Nürnberg. Karnevalistisch-Artistisches versprechen die Siegburger Funken.

Auf klassische Büttenreden wird bewusst verzichtet. Angesagt ist Comedy von bekannten Namen. Nicht nur FFH-Hörer kennen Johannes Scherer, den Mann der tausend Stimmen (von Loddar bis Inge Meisel). Er kommt mit einem gut halbstündigen Auszug aus seinem aktuellen Bühnenprogramm „Scherereien Reloaded 2.0“ - unter anderem gibt’s einen Streifzug durch Hessen.

Ramon Chormann ist „de Pälzer“ und als solcher eine Größe nicht nur in ganz weiten Narrenkreisen. Wenn er seine Sicht der Welt präsentiert, mischen sich Kabarett und Fassenacht; er gilt als einer, der spontan mit seinem Publikum kommunizieren kann. „Der ist der Hammer, den hab’ ich anderthalb Jahre bearbeitet, jetzt hat er zugesagt“, schwärmt Manfred Reißmann, der ihn als Schlussnummer der Fernsehfassenacht „Mainz bleibt Mainz“ erlebt hat.

Die Stargäste des Gute-Laune-Feuerwerks agieren - Zugeständnis an die Tradition - vor einem klassischen Aufgebot von Uniformierten unter Narrenkappen. Präsident des Elferkomitees ist Simon Isser, der lederanische Prinz der Vorkampagne. Als wortgewandtes Ensemblemitglied des Theaterclubs Elmar führt er durch das Programm.

Fürs „Feuerwerk der guten Laune“ gibt es noch Karten zu Preisen von - abhängig von der Entfernung zur Bühne - zehn, zwanzig, dreißig und vierzig Euro: im OF-Infocenter (Salzgässchen 1 und dessen Filiale im Ringcenter, Tel.: 80652052), im Haarstübchen Wagner, (Brunnenweg 192, Tel.: 858160), im Reisebüro Tempelsee (Brunnenweg 54, Tel: 85703831) und bei Klaus-Dieter Roos (Tel.: 0171 9734405).

Bewusst haben die Macher darauf verzichtet, außer dem Elferrat örtliche Akteure einzubinden - noch nicht einmal die Saalwache wird von hiesigen Garden gestellt. Zum einen sollen die organisierten Lederanier unbelastet mitfeiern dürfen. Zum anderen, das räumen Reißmann und Roos ein, gibt es so kein böses Blut, weil die einen auf die Bühne dürfen und die anderen nicht.

Vom Publikum erwarten die OKV-Macher lediglich die Bereitschaft, sich gute Laune bereiten zu lassen, sofern sie noch keine mitgebracht haben sollten. Und da es ein Weder-Noch ist, gibt’s auch keine Kleiderordnung. Kostüme sind in der Stadthalle äußerst gern gesehen. Wer’s hingegen festlich mag, ist in Frack und Abendkleid ebenso willkommen. „Bunt oder gedeckt - ganz egal“, meint Reißmann.

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