Auf ehemaligem MAN-Gelände

Startschuss für Bau des Senefelder-Quartiersparks

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Auf der Fläche eines kleinen Fußballfelds sollen sich Bewohner des Senefelderquartiers zwischen Nahversorgungszentrum, Kita-Neubau und Wohnhäusern ab kommendem Jahr treffen, spielen, Freizeit verbringen und erholen können. Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach setzte sich für unser Foto in die Baggerkabine, OB Horst Schneider und Michael Sperber vom Stadtplanungsamt feuerten an.

Offenbach - Die Kantensteine für die Wege durchs künftige Grün sind schon gesetzt; aufgeschüttete Erdhügel im südlichen Teil des Areals lassen erahnen, wo auch nach Fertigstellung der Bauarbeiten Erhebungen das Bild dominieren sollen. Von Jenny Bieniek 

Mit dem gestrigen Baggerbiss beginnt auf dem ehemaligen MAN- Gelände die Entstehung des von vielen mit Spannung erwarteten Senefelder-Quartiersparks. Wenn Mütter und Väter für den Einkauf im Supermarkt mit Nachwuchs künftig deutlich mehr Zeit einplanen müssen, könnte das an dem liegen, was auf dem einstigen MAN-Areal in direkter Nachbarschaft zum entlang der Senefelderstraße geplanten Nahversorgungszentrum entsteht. Vom Einkauf kommend, sollen Wasserspiele das Eingangstor zum neuen Quartierspark bilden. Rechts und links der Hauptachse – dem sogenannten Boulevard – locken Sandkasten, Wipptier, Schaukel und Kletterkombination vor allem junge Besucher.

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Gut möglich also, dass Sohnemann oder Töchterchen nach dem Einkauf künftig nicht gleich nach Hause wollen oder während der elterlichen Besorgungen draußen bleiben. „Dann stehen sie wenigstens nicht mehr an der Kasse und nörgeln“, sagt OB Horst Schneider mit einem Augenzwinkern. Doch auch Erwachsene dürften angesichts großzügiger, schattiger Grünflächen, Boule-Anlage, Tischtennisplatten und Sitzmöglichkeiten Gründe zum Verweilen finden. „Ich bin richtig happy. Das, was schon da ist, wird durch diesen Park deutlich mit Qualität angefüttert“, findet OB Schneider. Der Park ist zentrales Element des Förderprogramms „Stadtumbau in Hessen“, von dem das Senefelderviertel profitiert. Der neue Quartiersmittelpunkt soll den hochverdichteten Stadtteil als zentraler Treffpunkt aufwerten und den bislang herrschenden Grünmangel kompensieren.

Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach wird konkreter: „Wir haben extreme Hitze hinter und vor uns. Deshalb sind wir froh, viele schattenspendende Bäume pflanzen zu können, denn die brauchen wir.“ Der Park als „kleine grüne Lunge“ biete künftig mitten in der Stadt Lebensqualität und schaffe Kaltluftzonen zum Durchatmen. Passanten, Anwohner, Workshop-Teilnehmer sowie das Kinder- und Jugendparlament hatten sich zuvor an der Planung beteiligt – und etwa die Realisierung einer 250 Quadratmeter großen Fläche fürs Urban Gardening angestoßen. Ähnlich wie derzeit am Hafen können sich Anwohner in diesem Experimentiergarten ausprobieren.

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Die Koordination übernimmt das Stadtteilbüro. Auch Veranstaltungen seien auf dieser Fläche denkbar, erklärt Michael Sperber vom Referat Stadtgestaltung. „Vielleicht ist Urban Gardening in fünf Jahren nicht mehr aktuell – dann nutzen wir die Fläche um.“

Im östlichen, an die ABG-Bebauung grenzenden Teil des Parks entsteht eine Parkouranlage für Sportbegeisterte ab 14 Jahren. Im Süden, entlang der Gustav-Adolf-Straße, soll eine 125 Meter lange, zehn Meter hohe und mit Blauregen bewachsene Stahlpergola an die Ausmaße der ehemaligen MAN-Werkshallen erinnern. „Identifikation mit der Industriegeschichte des Quartiers“ heißt das im Planer-Deutsch.

Was den Termin der Fertigstellung angeht, reichen die Prognosen von Ende 2015 bis Anfang 2016. So oder so: Eine Aufwertung für das seit 2004 verwaiste MAN-Gelände ist der Großprojekt allemal.

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