Startsignal fürs Hafenviertel

Offenbach (mad) ‐ Bei einem solchen großen Moment ließen sich die Volksvertreter auch nicht von Kleinigkeiten beirren: Als am Donnerstagabend der Grundsatzbeschluss für eine neuen Grundschule im Hafen gefasst werden sollte, rutschte es einigen Sozialdemokraten durch, dass es zunächst um das CDU-Begehren ging, den Standort noch nicht ganz genau festzulegen.

Vier oder fünf stimmten mit der CDU und schwupps war der Unionsantrag durch. Nun hängt der konkrete Schulstandort davon ab, wo die Hochschule für Gestaltung im Hafenviertel künftig residieren möchte.

Festgeklopft und gefeiert als Startschuss fürs Hafenviertel wurde indes das Votum dafür, dass die Schule überhaupt gebaut wird. „Ein Signal für die Region und die Investorenszene“, jubelte etwa Oberbürgermeister Horst Schneider und lobte das Parlament dafür, dass es immer dann zusammenstehe, wenn es darauf ankomme. Mit der Versicherung, dass die Schule nicht als ÖPP-Projekt, sondern als klassisches öffentliches Vorhaben angepackt wird, hatte er zuvor noch die zögerlichen Linken mit ins Boot geholt. Nicht klassisch, sondern neu ist laut Schneider ein Architekten-Wettbewerb für die Schule. Dafür sei ein „niedriger sechsstelliger Betrag“ einzuplanen.

Grundstück Richtung Wiking ist ausgeguckt

Ein wenig Wasser in den Wein goss indes die CDU: Zu den bislang für den Schulneubau eingeplanten 31 Millionen Euro, gab Fraktionschef Peter Freier zu bedenken, könnten nach dem allgemein gültigen Toleranzwerten in den weiteren Stadien der Planungen leicht zehn Millionen hinzukommen. Das sei auch der SPD bewusst, bekannte deren Fraktionsvorsitzender Stephan Färber. Intern seien intensive Diskussionen darüber geführt worden und deshalb werde man „sehr genau hinschauen“.

Das will auch die FDP, wie Dominik Schwagereit beteuerte. Er sorgt sich zudem um die mittlerweile auf dem Areal etablierte Kulturszene, konkret das Veranstaltungslokal Hafen 2, das den Neubauten weichen muss. Wenn man es mit der Kreativstadt ernst meine, so Schwagereit müsse für das „zarte Pflänzchen“ ein Alternativ-Standort gefunden werden. Ein Grundstück Richtung Wiking sei ausgeguckt, entgegnete der OB, hatte aber Zweifel, ob die Hafen 2-Betreiber das finanzieren können.

Zweifel äußerte Schneider auch am Begriff „Hafenviertel“. Viel schöner sei doch „Main-Insel“.

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