Stadt stellt statistischen Jahresbericht vor

So tickt Offenbach

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Stolz auf Faktenbibel: (v.l.) Amtsleiter Matthias Schulze-Böing, Sachbearbeiter Kai Simon, Dezernent Peter Freier und Sachbearbeiter Thorsten Novak halten den Jahresbericht in der Hand. 

Offenbach - Wie Offenbacher arbeiten, wohnen, lernen und beten, bildet der statistische Jahresbericht auf 240 Seiten ab. Er ist damit mehr als ein nüchternes Zahlenwerk, fasst die Fakten der Stadt Offenbach zusammen, ist ein wichtiges Instrument für die Politik. Von Sarah Neder

Gestern haben Ordnungsdezernent Peter Freier (CDU) und Arbeitsamtsleiter Matthias Schulze-Böing die 32. Auflage der Faktenbibel vorgestellt. Neu ist an der sich auf die Jahre 2014 und 2015 beziehenden Ausgabe zum Beispiel die Struktur. „Wir haben versucht, das Ganze etwas leserfreundlicher zu gestalten“, sagt Thorsten Nowak vom Statistikamt. Er und drei weitere Sachbearbeiter haben dafür etwa Tabellen thematisch zusammengefasst und Kapitel farblich voneinander abgesetzt.

Außerdem sind Kategorien wie „Durchschnittsalter der Bevölkerung“ oder „Kaufkraft“ oder „Feinstaubemmissionen“ erstmals in den Katalog aufgenommen worden. Nach welchen Kriterien das geschieht, erläutert Nowaks Chef Matthias Schulze-Böing so: „An den Anfragen von Ämtern oder Bürgern erkennen wir, was Brennpunkte sind oder was gerade in der Diskussion ist.“

Nicht selten verblüffen die Zahlen, die bei der Erhebung herauskommen. So leben 158 Nationalitäten in Offenbach. 17 mehr als im Jahr 2000. Aber auch die Kriminalitätsrate von 2014/15 überrascht. Die hat trotz wachsender Bevölkerung abgenommen. „Das kommt in den Medien ganz anders rüber“, sagt Schulze-Böing. Damit sei der statistische Jahresbericht die beste Waffe gegen alternative Fakten.

Der für das Dezernat III, zu dem unter anderem das Statistikamt gehört, verantwortliche Peter Freier, betont den Nutzen des zweijährlich erscheinenden Berichts: „Man lernt viel über die eigene Stadt.“ Außerdem sei die Sammlung eine wichtige Grundlage für die politische Diskussion. „Versierte Detailkenntnis hilft gegen Polemik“, sagt der Stadtrat scherzend.

Die Interpretation der Tabellen sei Aufgabe der Politiker, betont Schulze-Böing. Dennoch hebt er einen Aspekt aus dem statistischen Jahresbericht besonders hervor: die Zahl der Beschäftigten in Offenbach. Die stand im Jahr 2014 bei knapp 44.000 und nur ein Jahr später bei mehr als 46.500.

Diese Entwicklung, sagt Freier, sei nicht nur ein wichtiger Faktor für die Einkommenssteuer, sie zeige, dass die soziale Schere in Offenbach immer mehr zusammengehe. Sich annähern, das machen auch die Altersstrukturen der deutschen und der nicht-deutschen Bevölkerung in der Stadt. „Die Deutschen werden im Durchschnitt jünger und die Nichtdeutschen werden im Durchschnitt älter“, schildert Schulze-Böing den Prozess.

Interessant ist auch die Kategorie Tourismus in Offenbach. Dafür wurden zum Beispiel die seit 1979 in der Lederstadt beherbergten Gäste in Hotels und Gasthöfen gezählt. 2015 haben knapp 196 .000 Menschen in Offenbach genächtigt. Gut 3000 mehr als im Vorjahr. Nachdem das Webportal Deutschland.de Offenbach jüngst zu einem der sechs sehenswertesten Orte in der Bundesrepublik gekürt hat, dürfte diese Zahl im nächsten Jahresbericht sicher deutlich höher ausfallen. Der 32. Jahresbericht sowie alle weiteren Statistiken der Stadt sind als herunterladbare PDF-Formate unter der Adresse www.offenbach.de/statistik verfügbar.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach (Teil 2)

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