Rot steht jetzt für Rabatt

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Prozente, Prozente: In der Innenstadt treffen sich die Schnäppchenjäger. Vor allem Winterkleidung ist stark reduziert.

Offenbach ‐ Rot ist die Farbe des Winters. Sie spielt zwar modisch keine Rolle, aber prägt zur Zeit das Bild der Innenstadt. Wichtiges Accessoire ist auch ein möglichst großer Aufdruck mit der Aufschrift „Sale“. Kaum ein Schaufenster, das nicht farbenfroh auf besonders günstige Angebote hinweist. „Eiskalt reduziert! Wir frieren die Preise ein“, titelt ein Plakat vor M. Schneider in der Frankfurter Straße. Von Katharina Platt

Die nackten, grauen Schaufensterpuppen des „Kleider Frei“ schützen ihren Körper mit einem roten Laken, das auffällig für Angebote wirbt. Bei Esprit verhüllen rote Kokons gänzlich die Figuren, die kerzengrade vor roten Wänden posieren. Auch sie verkünden in verschiedenen Sprachen die Preisnachlässe, die Kunden im Geschäft erwarten.

Platz brauchen sie, die Geschäfte. Platz im Lager und in den Verkaufsräumen. Platz für die neue Ware, die farbenfroh und mit leichten Stoffen den Frühling einläuten soll.

Bei M. Schneider und der Galeria Kaufhof sind bereits die ersten Modelle der Frühjahrsmode eingetroffen. Weil das Wetter aber noch so gar nicht frühlingshaft daher kommt, wühlen sich die Kunden durch Ständer mit dicken Wollpullovern, feinen Schals und gefütterten Westen. Auch jetzt seien die Käufer noch auf der Suche nach warmer Winterkleidung, sagt Anita Ebeling, Geschäftsführerin von M. Schneider.

Das Traditionshaus lockt mit Rabatten bis zu 70 Prozent. Pullover, Westen, Jacken, Schals. Wem es immer noch zu kalt ist oder wer für den nächsten Temperatursturz gewappnet sein möchte, findet auf den Ständern noch genügend Auswahl. Im zweiten Stock warten in einer Ecke auch Abendkleider. Gegen Kälte schützen die dünnen Stoffe mit Pailletten zwar nicht, dafür sind sie teilweise auf bis zu 29 Euro reduziert. Alexandra Karakatsani, zuständig für den Einkauf des Modehauses weiß, was ihre Kunden zur Zeit suchen: „Handschuhe und Mützen sind gefragt.“ Auch Strickwaren mussten nachbestellt werden. „Das Material hält einfach am wärmsten“, erklärt sie.

Obwohl der Winter bereits fortgeschritten ist, reißt das Interesse der Kunden an warmer Kleidung nicht ab. „Viele sorgen auch für die nächste Saison vor“, verrät die Fachfrau. Denn die aktuellen Farben und Schnitte seien auch im kommenden Winter wieder Trend. Tatsächlich hätten die Kunden in diesem Jahr mehr warme Kleidung gekauft als sonst, bestätigt Anita Ebeling.

Eine Stammkundin schaut interessiert durch eine Reihe bunter Pullover. Über ihrem Arm hängen schon einige Schnäppchen. Die direkte Gegenüberstellung des alten und neuen Preises motiviert viele Kunden zum Kauf. Dann sehen sie mit einem Blick, wie viel Geld sie sparen.

In der Galeria Kaufhof arbeitet man mit Preisstraßen. In großen Ziffern schweben die günstigen Preise über einzelnen Ständern. Alles was darunter hängt, gibt es für das gleiche Geld. Auch hier warten bis zu 70 Prozent Rabatt auf Schnäppchenjäger. „Handschuhe mussten wir sogar nachbestellen“, sagt Christiana Baudach. Die Filialleiterin kann beruhigen: „Noch gibt es genügend warme Sachen.“ Ab Februar will das Kaufhaus seine Kunden dann mit frühlingshafter Optik willkommen heißen.

C&A empfängt potentielle Käufer mit reduzierten Wintersocken und Vlies-Pullovern. Ein Paar besonders kuschelige, hellblaue Socken lassen von warmen Füßen träumen und die kalten Temperaturen vergessen. Im nächsten Jahr kommen die Minusgrade sicher wieder. Und damit auch die frierenden Füße.

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