Die Steine überzeugten

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Kai Linke, Sieger des von den Rotariern ausgeschriebenen Wettbewerbs für eine neue Senefelder-Skulptur, mit dem Entwurf seines Werks.

Offenbach ‐ Auf den ersten Blick ist es der Entwurf einer Mauer im Miniformat. Tatsächlich hat das Werk des Offenbachers Kai Linke die Jury so überzeugt, dass es künftig als 1,85 Meter breite und 2,30 Meter hohe Senefelder-Skulptur im Büsingpark stehen wird, wo sich auch die in den 60er-Jahren aufgestellte Gedenktafel für den Erfinder der Lithografie befindet. Von Matthias Dahmer

Das „Relief der Lithografie Steine“ wie der ehemalige Student der Hochschule für Gestaltung (HfG) und mittlerweile diplomierte Designer Linke sein Objekt denn auch nennt, gewann den im Sommer vom Rotary Club Offenbach ausgeschriebenen Wettbewerb für eine neue Senefelder-Skulptur. Der Preis wurde dem 29-Jährigen am Dienstagabend beim ersten Neujahrsempfang der HfG im Isenburger Schloss überreicht. Den zweiten Platz belegte Sebastian Herkner, Dritter wurde Marcus Gundling.

Der Wettbewerb der Rotarier richtete sich an einen ausgewählten Kreis von HfG-Absolventen. Zehn Künstler und Designer reichten insgesamt 16 Beiträge ein. An Stelle eines Preisgeldes ist vorgesehen, dass der Entwurf Linkes realisiert wird.

Weitere Spender sind willkommen

30.000 Euro will der Rotary Club dafür zur Verfügung stellen. Für das Vorhaben sind bereits erhebliche Mittel innerhalb und außerhalb des Rotary Clubs eingeworben worden, sagte Rotarier Gerd Petermann am Dienstagabend. Die Namen der Spender ab einer Höhe von 2.000 Euro werden namentlich am Objekt erwähnt werden. Weitere Spender sind willkommen.

Das künftige Denkmal erinnert an einen aus stadthistorischer Sicht wichtigen Fund: 1984 wurde bei Arbeiten zum S-Bahn-Bau an der alten Domstraße 21, dem ehemaligen Verlags- und Druckereigebäude Johann Anton Andrés und der Wirkungsstätte Alois Senefelders, das Lithografiestein-Archiv der zerstörten „Notenfabrique“ freigelegt. Dabei fand man auch zirka 150 Lithosteine aus den Jahren um 1850.

Linkes Denkmal besteht aus 180 Steinen, die in sechs Reihen vertikal aneinander gestellt und Stoß auf Stoß aufeinander geschichtet sind. An ihren Stirnseiten sind lithografische Motive angebracht, beispielsweise Andrés Notendrucke, ein Porträt Alois Senefelders und alte Stadtansichten Offenbachs.

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