Steuer für Grundbesitz geht hoch

Offenbach - Hausbesitzer und Mieter sind durch unsere Berichterstattung vorgewarnt, jetzt ist amtlich, wie ihnen die Stadt tiefer in die Tasche greifen muss: Die Stadt Offenbach erhöht ihren Grundsteuerhebesatz von 430 auf 500 Prozent.

Die Steigerung von etwa 16 Prozent hat der Magistrat beschlossen. allerdings nicht ganz freiwillig. Auf die Notwendigkeit der Änderung des Hebesatzes hatte das Hessische Finanzministerium die Stadt im Entwurf des Konsolidierungsvertrags zum sogenannten Schutzschirm hingewiesen. Stimmt das Parlament nun dem Antrag zu, gelten die neuen Hebesätze rückwirkend zum 1. Januar und sind erstmals beim Steuertermin am 15. Februar 2013 zu zahlen. Eigentümer von Immobilien haben im Jahr 2012 rund 19 Millionen Euro an Grundsteuer gezahlt. Die Mehreinnahmen schätzt das Kassen- und Steueramt auf rund drei Millionen.

Grundsteuer B muss für bebauten und unbebauten Besitz auf der Basiseines vom Finanzamt festgesetzten Einheitswerts bezahlt werden. An die Festlegung der Höhe dieses Messbetrags ist die Stadt Offenbach gebunden. Für die Berechnung wird der Messbetrag mit dem Hebesatz multipliziert. Bei einer Eigentumswohnung mit einem Einheitswert von 10.000 Euro beträgt die Höhe des Messbetrags 35 Euro (3,5 Promille) Bei einem Hebesatz von 500 müsste eine jährliche Grundsteuer von 175 Euro gezahlt werden, bisher bei einem Hebesatz von 430 Prozent 150,50 Euro. Hausbesitzer können die Grundsteuer auf ihre Mieter umlegen.

Offenbach hatte bislang den niedrigsten Hebesatz aller hessischen Großstädte. (Frankfurt 460., Wiesbaden 440., Kassel 490 und Darmstadt 460). Der Offenbacher Spitzenplatz nach der Anhebung wird wahrscheinlich nicht von Dauer sein, da ähnliche Auflagen für alle anderen Kommunen, die unter den Schutzschirm schlüpfen wollen, gelten. Auch in vielen anderen Städten in Hessen wurden bereits Erhöhungen beschlossen. 

tk

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