Stolperfallen in der Fußgängerzone

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Zweieinhalb Zentimeter ragt diese Platte im Pflaster der Frankfurter Straße in Höhe des Musikhauses André über das Pflasterniveau. Stoßen die Zehen dagegen, wird’s schmerzhaft.

Offenbach - Es hat schon seine Tücken, das Pflaster in der Frankfurter Straße. Besonders viele Stolperfallen lauern zwischen Kaiserstraße und Aliceplatz, doch auch bis zum Marktplatz hin gibt sich die Offenbacher Fußgängerzone wahrlich nicht fußfreundlich. Von Thomas Meier

Nicht nur, dass immer wieder mal scharfe Kanten aufragen von einst plan verlegten Platten, die vom Gewicht der schweren Lastkraftwagen heute verkantet im Pflaster liegen. Viele Steine sind auch nicht fest im Straßenbelag verankert, sie lassen die Passanten wanken, treten sie mittig auf sie drauf. Und Radfahrer, die übers lose Mosaik brettern, erzeugen ein beredtes Steinegeklapper.

Spätestens seit Anfang März ein vom richtigen Weg abgekommener und besonders schwerer Betonlaster auf seinem Weg zur KOMM-Baustelle in die Fußgängerzone einbog, sind zahlreiche Platten zerschlagen und die entstandenen Löcher zunächst nur notdürftig mit Asphalt und Bitumen verfüllt worden. Und auch der nicht abreißen wollende Anlieferverkehr in der Frankfurter Straße hinterlässt seine oftmals scharfkantigen Spuren. Die erst zehn Jahre alte Pflasterung, die als Vorbild für die weitere Gestaltung der Innenstadt dient, hält den hohen Belastungen nicht stand.

Gestern meldete sich ein Leser bei der Redaktion. Er ärgere sich seit Wochen über den immer schlimmer werdenden Zustand der Frankfurter Straße. Und als sich die Redaktion vor Ort ein Bild verschaffen wollte, sprachen unvermittelt Passanten ebenfalls den Missstand an, wussten gar von einer betagten Dame, die über eine Kante stürzte und ins Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen: „Da kam die Polizei und hat auch Fotos gemacht.“

Zuständig für die Instandhaltung des ramponierten Pflasters ist der städtische Dienstleister ESO. Pressesprecher Oliver Gaksch räumte dann auch gleich ein, dass es gestern zwei Beschwerden gegeben habe. Noch am Nachmittag fuhr der „Flickwagen“ der ESO in die Frankfurter Straße, um die Gefahrenpunkte zu beseitigen. Tagtäglich seien die „Straßenzustandkontrolleure“ unterwegs, versichert Gaksch.

Das Flickwerk mit Bitumen und Asphalt wird sich wohl noch mindestens bis zum kommenden Sommer erstrecken, denn solange Bauarbeiten am KOMM-Einkaufszentrum sind, wird nichts grundlegend erneuert. Im kommenden Frühjahr werde man schauen, wie groß das Ausmaß der Schäden ist und die Kosten für die Beseitigung ermitteln, sagt Gacksch. Auch muss ermittelt werden, wer für welche Schadensbeseitigung die Kosten trägt, denn die Fahrt des Schwertransportes vom März beispielsweise ist ein Versicherungsfall.

Wir werden den Straßenzug in jedem Fall im kommenden Jahr wieder ordentlich herrichten“, verspricht Gaksch.

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