Ärzte an kommunalen Kliniken streiken eine Woche

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Die Tarifverhandlungen für die rund 55 000 Mediziner an kommunalen Kliniken, darunter auch die in Offenbach, waren Anfang April gescheitert.

Frankfurt - Ärzte an 17 kommunalen Kliniken in Hessen wollen von morgen an eine Woche lang streiken. Sie beteiligen sich an bundesweiten Aktionen, wie der Marburger Bund Hessen mit Sitz in Frankfurt mitteilt.

Im Tarifkonflikt geht es um mehr Gehalt und bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste. Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft gestern vor, mit dem Streik die Patienten zu belasten. Der Konflikt sei nur am Verhandlungstisch zu lösen, erklärte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (vka).

Sie sei jederzeit bereit, die Tarifgespräche fortzusetzen. Ein Sprecher des Marburger Bundes versicherte, die Patienten müssten sich wegen des fünftägigen Ausstands bei einem Notfall nicht zu sorgen. „Die ärztliche Versorgung wird mindestens auf Wochenendniveau aufrechterhalten“, sagte er. Allerdings sei damit zu rechnen, dass Termine verschoben werden müssen.

Geht um rund 90 Millionen Euro

Die Tarifverhandlungen für die rund 55 000 Mediziner an kommunalen Kliniken waren Anfang April gescheitert. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 2,9 Prozent mehr Geld für 33 Monate bei höheren Vergütungen für Bereitschaftsdienste angeboten. Die Arbeitgeber warfen dem Marburger Bund vor, er erwecke den Eindruck, für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken.

Dabei gehe es ihm nur um mehr Geld: Dem Marburger Bund zufolge sparten dagegen rund 5000 offene Arztstellen in Deutschland den Krankenhäusern 350 Millionen Euro. Bei dem angekündigten Streik gehe es um rund 90 Millionen Euro. Zum Auftakt am Montag soll es eine zentrale Kundgebung in München geben. Am 21. Mai solle entschieden werden, ob der Streik fortgesetzt wird.

dpa

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