Streit um Streik der Ärzte spitzt sich zu

Offenbach (psh) ‐ Die Medizinergewerkschaft Marburger Bund (MB) weitet den Streik der Klinikärzte in Hessen weiter aus. Zugleich wird den Arbeitgebern vorgeworfen, den Ausstand zu unterlaufen.

„Im Klinikum Offenbach werden ,Honorarärzte’ insbesondere in den Bereichen Chirurgie und Anästhesie eingesetzt, für die üblicherweise bis zu 120 Euro je Stunde aufgewandt werden müssen“, erklärte MB-Geschäftsführer Udo Rein. Im Vergleich dazu erhalte ein nach Tarifvertrag angestellter Facharzt im 3. Berufsjahr derzeit eine Stundenvergütung von rund 27,80 Euro.

Morgen ist ein Demonstrationszug der Klinkärzte durch Offenbach geplant. Er soll um 11 Uhr am Erich-Rebentisch-Zentrum (Starkenburgring) starten und um 12 Uhr mit einer Veranstaltung auf dem Marktplatz enden.

„Der Geschäftsführer des Klinikums und Vize-Vorsitzende des Gruppenausschusses Krankenhäuser bei der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, Hans Ulrich Schmidt, hat sich in den letzten Wochen mehrfach dahin gehend geäußert, die Forderungen des Marburger Bundes seien nicht erfüllbar und gibt das Geld jetzt für teure Honorarärzte aus“, kritisierte Rein und fügte hinzu: „Einigen Ärzten des Klinikums Offenbach wurde zudem in Arbeitsverträgen die Teilnahme an Arbeitskampfmaßnahmen untersagt, was das verfassungsrechtlich garantierte Streikrecht aushebeln soll.“

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