Streit wegen Straße durch Wetterpark

Sperren? Nicht sperren?

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Offenbach - Für die Bewohner von Tempelsee ist die Elbestraße eine weitere Verbindung in sonstige Teile der Stadt. Auch andere Ortskundige nutzen die Strecke gern als willkommene Abkürzung.

Beschlossen ist noch nichts, aber bei der Stadt bestehen ernsthafte Überlegungen, eine von vier durch den Stadtteil zum Buchhügel führenden Verkehrsadern zu veröden – weil die Elbestraße mitten durch den Wetterpark erläuft und durch diesen zusätzlicher Verkehr erwartet wird, wenn einmal das Besucherzentrum steht.

Künftig für möglich erachtete Bus- und Pkw-Flotten sollen nicht direkt vorfahren können, sondern an der Buswendeschleife am Ende der Unteren Grenzstraße aufgehalten werden. Denn es bestehen laut Oberbürgermeister Horst Schneider Befürchtungen, dass sich entlang der am Rand unbefestigten Elbestraße wildes Parken etabliert. Aber entschieden sei noch nichts, sagte der OB.

Die CDU wollte einer Sperrung vorbeugen, scheiterte in der Stadtverordnetenversammlung aber mit einem Antrag. Die Stadtverordnete Eleonore Glaesner tut Enttäuschung kund: „Das Ergebnis unserer Bürgerversammlung in Tempelsee wurde von der Bunten Koalition im Parlament völlig ignoriert.“

CDU: Sorgen der Anwohner werden nicht ernst genommen

Den Grünen, die ihre Ablehnung begründeten, wirft die Christdemokratin vor, die Sorgen der Anwohner rund um die Elbestraße nicht richtig ernst zu nehmen. Sie und ihre Fraktion glauben auch, dass die Sperrung schon ausgemachte Sache sei. Ihr Vorwurf: „Die Erweiterung des Wetterparks und der Bau eines Besucherzentrums für etwa 1,2 Millionen Euro waren einer Vorlage zum Verkauf der Grundstücke für den Bau des Polizeipräsidiums versteckt, ebenso war es nur einer Anlage zu entnehmen, dass die Sperrung der Elbestraße damit einhergeht.“

Die Grünen kennen die Sorgen von Nebenstraßen-Bewohnern, dass sie bei einer Sperrung der Elbestraße mehr Verkehr abkriegen. Sie kommen aber zu anderen Folgerungen. Wie Sprecher Edmund Flößer-Zilz mitteilt, nutzen nach Verkehrsuntersuchungen selbst in Spitzenzeiten nur 22 Autos pro Stunden die Elbestraße.

Für die Grünen ist dies ein Indiz dafür, dass es mit der verkehrlichen Bedeutung nicht allzu weit her sein könne. Die städtischen Planer, auf deren Seite sich die Grünen stellen, wollten die Durchfahrt unterbinden, da die Elbestraße „den Wetterpark regelrecht zerteilt und passierende Autos eine Unfallgefahr darstellen“.

Neuordnung zwecks Unfallvermeidung

Derzeit, so Flößer-Zilz, verlaufe der der Autoverkehr ungebremst durch die Anlage: „Da sich dort auch der Haltepunkt für Fahrräder und Busse sowie der Sammelpunkt für Schulklassen und Besuchergruppen befindet und dort das Wetterpark-Besucherhaus entstehen soll, scheint eine Neuordnung des Verkehrs zwecks Unfallvermeidung unverzichtbar.“

Der Buchhügel solle als innerstädtisches Naherholungsgebiet weiterentwickelt werden. Für die Grünen geht das nur mit einer nicht mehr durchgängig zu befahrenden Elbestraße.

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tk

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