Kommentar: Stress lass nach...

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Veronika Szeherova

Die Welt ist erbarmungslos. Wir müssen funktionieren. Sonst kommt ein anderer, der sowieso viel besser, klüger und geschickter ist. So denken viele, gerade angesichts der ständigen schockierenden Medienberichterstattung zur Wirtschaftskrise, und setzen sich selbst unter enormen Druck. Stress ist allgegenwärtig. Von Veronika Szeherova

Umso wichtiger ist nach dem stressigen Arbeitsalltag das bewusste Entspannen. Kaum ist der Feierabend eingeläutet, geht es auch schon zum Pilates, in die Schwimmhalle oder zum Spinning. Oder am besten alles gleichzeitig: erst sich körperlich austoben beim Squash, danach meditieren beim Qui-Gong. Stellt sich die Frage: Lust oder Krampf?

Der moderne Erfolgsmensch muss schließlich nicht nur jung, schlank, dynamisch, fit und sportlich sein, sondern auch noch tiefenenstpannt. Bei aller Funktionalität, versteht sich. Oft wird viel Geld dafür ausgegeben. Manch ein Entspannungsfanatiker steckt jede Woche 59 Euro ins Floating.

Die wahre Entspannung hat angesichts des modernen Anspruchsdenkens wenig Chancen. Wir verplanen komplett unsere an sich freie Zeit. Doch was gibt es Schöneres, als diese Zeit wirklich frei zu verbringen? Frei von Terminen, frei von Verpflichtungen, selbst frei von den neuesten Entspannungskursen und Wellnessangeboten. Dies ist eine Ode an den Müßiggang. Leute, nehmt euch mal nichts vor, setzt euch auf die Couch, legt die Füße hoch, wartet ab. Ihr werdet begeistert sein.

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